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Prof. Dr.-Ing. habil. ERNST HABIGER
Erschienen in A&D KOMPENDIUM 2000, S. 81-83
Vorwort
Kategorien wie Qualitätsmanagement und ISO 9000 sind heute im industriellen Bereich aus wettbewerblichen Gründen ein notwendiges Muß. In dem Maße, wie sich Hochschulen und Universitäten als qualitäts- und leistungsorientierte Institutionen verstehen, sind diese Konzepte adäquat zu beachten und für das spezielle Umfeld geeignet anzupassen. Die mit dem Sommersemester am Institut für Automatisierungstechnik der TU Dresden damit im Zusammenhang eingeführten Qualitätssicherungsmaßnahmen werden im folgenden kurz vorgestellt.
In einer rasch sich verändernden Welt, die zu ihrem sicheren Fortbestand auf die Schaffung und Anwendung neuen Wissens zwingend angewiesen ist, hängt die Zukunftsfähigkeit der darin angesiedelten modernen Zivilisationen mehr denn je von der Leistungsfähigkeit der Wissenschaft und ihren Institutionen ab. Zu diesen Institutionen zählen insbesondere die Hochschulen und Universitäten, denen außer der Erbringung erfolgsfähiger Ideen und Forschungsergebnisse als Träger von Bildungs-, Ausbildungs- und Graduierungsfunktionen die Verantwortung für die qualitätsgerechte, kulturell anspruchsvolle Heranbildung des wissenschaftlichen und des Ingenieurnachwuchses obliegt, aus dem sich der Zustrom für alle Ebenen in Ausbildung, Forschung, Wirtschaft und Verwaltung rekrutiert. Im Zuge der Globalisierung entstehen hier neue Herausforderungen von gravierendem Gewicht.
Wachsende Mobilität der Studierenden und die zunehmend internationale Ausrichtung des Arbeitsmarktes für Hochschulabsolventen verstärken den Wettbewerb zwischen den Universitäten sowohl innerhalb Deutschlands als auch mit ausländischen Universitäten. Wettbewerbsvorteile sind hier nur über ein verbessertes Leistungsangebot zu erzielen. In der Forschung befinden sich Hochschulen und Universitäten in Konkurrenz untereinander und zu anderen Forschungseinrichtungen. Hier werden langfristig gesehen nur solche Einrichtungen erfolgreich bestehen, die sich beim Projektmanagement (Aquisition, Abwicklung, Ergebnistranfer) professioneller Methoden bedienen. Insgesamt gesehen werden Hochschulen und Universitäten nur dann den globalen Herausforderungen wirklich entsprechen können, wenn sie ihre eigenen Ausbildungs-, Forschungs- und Verwaltungsstrukturen und die dazugehörenden internen Abläufe ständig verbessern und effizienter gestalten. Entsprechende Ziele verfolgen die weltweit seit Jahrzehnten in der Industrie beheimateten Konzepte des Qualitätsmanagements (z.B. ISO 9000 und Total Quality Management) zur Erzeugung bzw. Erbringung von Qualitätsprodukten und -dienstleistungen. Diskussionen darüber, inwieweit sich diese im Wirtschaftsleben üblichen Verfahren zur Qualitätssicherung auf die Belange von Hochschulen übertragen lassen, sind zur Zeit im Fluß [1] bis [4]. Dies ist jedoch kein Hinderungsgrund, dort, wo es angebracht erscheint, zielstrebig mit der Umsetzung zu beginnen. Davon ausgehend wurde im Institut für Automatisierungstechnik der TU Dresden mit dem Sommersemester 1999 in Anlehnung an ISO 9000 die Einführung spezieller Qualitätssicherungsmaßnahmen in Angriff genommen. Die daran geknüpften Zielstellungen lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:
· Vermittlung der Grundzüge von Qualitätsmanagement durch "learning by doing" im studentischen Alltag · Schaffung einer verbindlichen transparenten Basis für Lehrveranstaltungen und studentische Arbeiten mit Projektcharakter (Übungen, Praktika, Seminare, Studien- und Diplom-arbeiten) · Unterstützung der institutsinternen Abläufe im Rahmen von Lehr- und projektgebundenen Forschungsaufgaben · pragmatische Implementierung zur Sicherstellung einer hohen Akzeptanz bei Studenten und Mitarbeitern durch geringstmöglichen formalen Overhead
Im Sinne der zugestandenen Freiheiten bei der Umsetzung von ISO 9000 sind die in den Abbildungen 1 bis 4 dargestellten Vorgehensmodelle als Leitfaden für die Inangriffnahme und Abwicklung des jeweils aktuellen Projekts zu sehen, d.h. Anpassungen durch den Projektverantwortlichen (i.a. der verantwortliche Hochschullehrer) sind möglich. In jedem Fall werden jedoch am Beginn eines Projekts die konkreten Spielregeln des Qualitätsmanagements in transparenter Form festgelegt und damit eine verbindliche Basis für alle Projektbeteiligten definiert.
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