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| Thomas Rilke |
A&D: Herr Rilke, in wenigen Wochen beginnt die Factory Automation in Hannover. Wie ist der Stand der Dinge?
Rilke: Wir sind mit der Buchungssituation mehr als zufrieden. Auf Ausstellerseite haben wir einen hohen Zuwachs, so dass wir für die Factory Automation mit 1.500 Ausstellern auf einer Gesamtfläche von rund 60.000 m² rechnen. Das entspricht einer Steigerung von zehn Prozent.
A&D: Welche Highlights erwarten den Messebesucher?
Rilke: In diesem Jahr ist das Thema Secure-Automation eines der Highlights im Ausstellungsbereich. Darüber hinaus bieten wir die Robotics World an, die das Anwenderzentrum Robotics und die Robotics Academy beinhaltet. Wir veranstalten das Forum "Factory Automation", in dem der Besucher anwenderorientierte Lösungen findet. Und nicht zu vergessen das Partnerland Indien, ein riesiger Beschaffungs- und Absatzmarkt für europäische Unternehmen im Automatisierungsbereich.
A&D: Mit der Robotics-Academie geht die Deutsche Messe neue Wege. Stirbt die klassische "Produktausstellung" aus?
Rilke: Die klassische Produktausstellung stirbt keineswegs aus, das zeigen schon die hohen Zuwächse im Ausstellungsbereich. Aber Messen müssen heute einfach mehr bieten als reine Präsentationen. Die Besucher möchten konkretes Wissen mitnehmen und Gespräche mit Anwendern führen. Das ermöglichen wir durch die begleitenden Foren. Darüber hinaus bilden wir in Sonderschauen ganze Produktionsabläufe oder Wertschöpfungsketten ab. Mit der Robotics-Academy gehen wir in der Tat einen neuen Weg, da wir dem Besucher konkrete Weiterbildungsmöglichkeiten anbieten. Das ist neu und einmalig in der deutschen Messelandschaft.
A&D: Was erwartet den Besucher in diesem Workshop?
Rilke: Im Rahmen der Robotics Academy haben alle Teilnehmer die Möglichkeit, sich in kurzer Zeit herstellerunabhängig theoretisches Basiswissen anzueignen und erste praktische Erfahrungen im Umgang mit Robotern zu sammeln. Die Schulung erfolgt in drei aufeinander aufbauenden Modulen und wird von erfahrenen Trainern der Volkswagen Coaching GmbH durchgeführt. Sie zeigen den Teilnehmern, wie ein Roboter funktioniert, wie er sich mit dem Handpult steuern lässt und welche Einsatzmöglichkeiten und Aufwand/ Nutzen-Potenziale er bietet.
A&D: Warum sollte er einen Messetag dafür investieren?
Rilke: Wenn sich ein Unternehmer mit dem Gedanken trägt, mittelfristig Roboter in seinem Unternehmen einzusetzen, dann sollte er die Gelegenheit nutzen und sich in Hannover umfassend informieren, denn nur hier hat er die Möglichkeit, sich hersteller -unabhängig von professionellen Trainern schulen zu lassen. Insbesondere bei kleineren und mittleren Unternehmen sind gewisse Hemmnisse da, wenn es um Automatisierungslösungen und damit verbundene Investitionen geht. Daher ist es wichtig, dass der Teilnehmer auch einen ersten Aufwand/Nutzen-Check für eigene Anwendungen erhält, um so einschätzen zu können, welche Investitionen auf ihn zukommen.
A&D: Was sagen die Aussteller, wenn Sie die Besucher aus den Hallen in die Workshops locken?
Rilke: Wir als Veranstalter müssen den Besuchern ein attraktives Rahmenprogramm bieten, damit möglichst viele Besucher kommen und möglichst lange auf der Messe bleiben. So wird meines Erachtens kein Besucher nur zur Roboterschulung kommen, sondern diesen Messebesuch auch immer mit dem Besuch einzelner Stände kombinieren. Die Schulungen sind im übrigen so gestaltet, dass Zeit für einen Messebesuch bleibt.
A&D: Wie viele Buchungen haben Sie bereits für die Academie?
Rilke: Wir haben rund ein Viertel der zur Verfügung stehenden Plätze verkauft. Das entspricht unseren Erwartungen. Da solche Entscheidungen recht kurzfristig getroffen werden, gehen wir davon aus, dass alle Plätze belegt werden.
A&D: Vor zwei Jahren hat fast die komplette Robotikbranche der Hannover Messe den Rücken gekehrt. Seither versuchen Sie gegenzusteuern, in diesem Jahr mit dem Anwenderzentrum Robotics und der Robotics Academie. Sind die großen Namen der Robotik-Branche 2006 wieder in Hannover?
Rilke: Ja, die meisten großen Namen sind wieder in Hannover vertreten, deutlich mehr als im Jahr 2005. Wir haben jedoch mit der Robotics World nicht das Ziel, eine reine Robotermesse zu sein. Wir möchten den Besuchern Anwendungslösungen zeigen. Der Mittelständler, der in Roboter investieren will, sucht meist nicht den einzelnen Roboter, sondern möchte wissen, wie dieser in sein Gesamtsystem eingepasst werden kann. Wir haben daher auch viele Systemhäuser als Aussteller.
A&D: Wenn Sie als Robotikaffiner Anwender einen Tag im Jahr für einen Messebesuch investieren dürften, wohin würden Sie gehen, nach Hannover, auf die Automatica oder auf die Motek?
Rilke: Ich würde natürlich nach Hannover gehen, denn nur die Hannover Messe zeigt wirklich anwenderbezogene Lösungen für robotergestützte Automation. Im Anwenderzentrum Robotik und in dessen unmittelbarer Nähe präsentieren über 60 Systemhäuser, Roboterhersteller und Automatisierer live neue Anwendungen und Konzepte. Ein weiteres Highlight ist Automation Live. Hier demonstriert Volkswagen mit seinen Automatisierungspartnern am Beispiel des VW EOS, wie effektiv eine kleinere Serie mit unterschiedlichen Ausstattungen dank neuester Roboter- und Montagetechnik hergestellt werden kann. Darüber hinaus gibt es die Anwenderberatung Automation. Erfahrene und herstellerunabhängige Fertigungsspezialisten analysieren das Problem und stellen branchenübergreifend den Kontakt zu Ausstellern her. Und last but noch least bietet nur Hannover ein wirklich internationales Umfeld. Vollbeitrag als PDF |
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