| Gerne zitiert die Politik Statistiken, die eine ganze Reihe von deutschen Branchen als „Exportweltmeister“ ausweisen. Verweist dann derjenige, der sich mit den Daten und Fakten gut auskennt, darauf, dass der Schein trügt und zunehmend Wertschöpfung auch im Ausland zugekauft wird, flüchtet sich die Politik oft in die Feststellung, dass dies aber bei den stark an Kundenbedürfnissen ausgerichteten Lösungen mit hohem Engineering-Anteil und Premium-Einpreisung noch nicht der Fall ist. Stimmt. Aber können wir es uns leisten, auf das Volumengeschäft mit den verlockenden „Economies of Scale“ schleichend zu verzichten? Nein! Unsere Gesellschaft ist anders aufgestellt als zum Beispiel die finnische, die mit ein paar Hightech-Produkten und vielen Dienstleistungen gut versorgt ist. Wir brauchen die Produktion am Standort Deutschland, um unsere Volkswirtschaft zukunftsfähig zu machen, also um Defizite abzubauen und wieder Spielraum für Investitionen zu schaffen, auch aus dem Ausland. Es kommt darauf an, der Globalisierung des Marktes durch eine neue Arbeitsteilung Rechnung zu tragen, das eigene „Going global“ finanzieren zu können und gleichzeitig Knowhow- Vorsprünge durch nachhaltige Investitionen in Forschung und Entwicklung dauerhaft zu sichern. Das gelingt mehr deutschen Unternehmen, als die Berichte über Konzernverlagerungen vermuten lassen. Es gibt viele deutsche Unternehmen, die in ihrem Marktsegment Weltmarktführer sind, manchmal auch als „hidden champions“, weil ihre Produkte keine konsumnahen Produkte sind, über die in den Medien berichtet wird. Gerade die Lieferanten von Betriebsmitteln haben in Deutschland ein exzellentes Niveau. Sie machen ihre Kunden weltweit wettbewerbsfähig und erfolgreich - oftmals ohne dass darüber berichtet wird. Gerade die Hersteller von Automationslösungen sind dabei besonders erfolgreich. Branchen, die frühzeitig auf Automationslösungen gesetzt haben, wie die Automobil- und -zulieferindustrie, sind heute diejenigen Unternehmen, die in Deutschland und überall auf der Welt neue Arbeitsplätze geschaffen haben. Die momentan beobachtbare Kaufzurückhaltung aufgrund schwächelnder Konjunktur und die sich abzeichnenden Überkapazitäten in bestimmten Regionen der Erde werden nur dazu führen, dass noch mehr und noch intelligentere Automation zum Einsatz kommt. Viele andere Branchen sind dagegen heute noch „unterautomatisiert“. Das hat mitunter mit den dort üblichen Arbeitszeitmodellen zu tun: Automation rechnet sich vor allem, wenn in drei Schichten gearbeitet wird. Gibt es nur eine, ist der Return on Invest genauer zu hinterfragen. Der ständig wachsende Wettbewerbsdruck und vor allem die Qualitätsansprüche werden aber auch dort mittelfristig die Ampeln für intensivere Automatisierung auf Grün stellen. Vor diesem Hintergrund gehen wir davon aus, dass deutsche Robotik und Automation (R&A) auch künftig große Chancen hat, weltweites Potenzial erfolgreich zu erschließen. Die Entwicklung bislang stärkt diese These: Zwischen 1992 und 2004 hat sich der Umsatz auf 7 Mrd. Euro mehr als verdreifacht! Im Einzelnen tragen 2004 die Industrielle Bildverarbeitung, die mit jährlich zweistelligen Wachstumsraten auftrumpft, 1 Mrd. Euro dazu bei, die Montage und Handhabungstechnik 4 Mrd. Euro und die Robotik 2 Mrd. Euro. Rund zwei Drittel des Robotik-Umsatzes werden übrigens von Systemintegratoren beigesteuert. Wir gehen davon aus, dass auch 2005 ein Umsatzwachstum erreicht wird, das die Erfolgsgeschichte der Robotik und Automation fortschreibt. Die Engineering-Kompetenz, Kunden weltweit die exakt auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene „angepasste“ Automation anzubieten sowie Fortschritte bei der Mensch-Maschine- Schnittstelle und bei der durchgängigen Kommunikation werden auch die Automation immer näher an die Vision „Plug & Play“ bringen. Persönliche Produktionsassistenten für Beschäftigte sind bereits absehbar - und mit Ihnen ein neues Geschäftsfeld für die Hersteller von Automation. Wir können am Standort Deutschland und für den Standort Deutschland mit Automation noch viel bewegen - packen wir’s an! Vollbeitrag als PDF |
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