 |
| Inova Computers - CompactPCI auf Wachstumskurs |
Seit seiner Gründung 1997 hat Inova Computers auf CompactPCI gesetzt und sich als Systempartner mit einer umfassenden 3U-CompactPCI-Produktpalette etabliert. Welche Vorteile CompactPCI gegenüber anderen Embedded-Computer-Systemen wie VME oder PC104 gerade für Applikationen in der Industrie bietet, erklärt Josef Kreidl im Interview mit dem A&D NEWSLETTER.
An welche Märkte richten Sie sich mit Ihren CompactPCI-Produkten?
Wir konzentrieren unsere Aktivitäten auf Komplettsysteme, die auf CompactPCI basieren und Schlüsselprodukte für unsere Kunden aus den Branchen Industrie, Transport und Verkehr, Energie und Umwelt sowie Medizintechnik darstellen und in großen Stückzahlen benötigt werden. Der Kunde will ein komplettes System mit der Verantwortlichkeit bei einem Ansprechpartner und garantierter Verfügbarkeit über viele Jahre. Komplett heißt hier, nicht nur eine breite Auswahl an CPU- und I/O-Modulen, sondern auch ein strategisch geplantes Packaging-Konzept, d. h. wir können preiswerte bis hin zu bahnzertifizierten Netzgeräten und preiswerte Backplanes sowie Gehäuse anbieten, die dann insgesamt zu einer vollständig integrierten Einheit führen.
Wie weit geht der Systemgedanke?
Der Systemgedanke enthält zu-nächst einmal strategisch das Konzept, dass man dem Kunden nicht nur Boards von Inova und ggf. auch von Dritten anbietet, sondern unter Umständen auch Komponenten des Kunden in ein komplettes System mit Backplane, Netzgerät, Gehäuse einbindet. Zum Einbinden gehört auch die Installation der Software, wobei uns der Kunde die Referenzsoftware liefert, wir reproduzieren diese dann auf seinem System. Die Zusatzservices ‚privat labeling‘, die Lieferung an einen bestimmten Erfüllungsort oder logistische Dienstleistungen gehören ebenfalls zu diesem Paket. Bei entsprechend großen Stückzahlen bzw. Auftragsvolumen ist es natürlich auch denkbar, dass wir eine spezielle Variante für den Kunden bauen. Um den vom Kunden gewünschten 100%-Lösungsgrad zu erreichen, ist oftmals Kreativität erforderlich - auf Seiten der Kunden und auf unserer. Ein schönes Applikationsbeispiel aus der Industrie ist der Einsatz unserer CompactPCI-Systeme in einer Robotersteuerung von Yaskawa/Motoman, einem der größten Hersteller in diesem Bereich. Der Kunde steuert dabei die Achsteuerungen des Systems bei, während wir den Rest des Systems liefern. Hier zeigt sich auch der Erfolg unseres Konzepts, nicht nur CPU-Module zu liefern, sondern das ganze Systeme anbieten zu können.
Entwickeln Sie auch Anwendungssoftware? Wir haben zwar mehr Software als Hardwareentwickler, wenngleich auch die Wertschöpfung mit Hardware passiert. Wir beschränken uns aber bewusst auf die Entwicklung intelligenter Board-Support-Packages für verschiedene Betriebssysteme und das Bereitstellen komfortabler Sets von Treibern, damit die Kunden schnell ihre Applikation entwickeln können. Der Kunde kann sich so auf seine Applikation konzentrieren und muss sich nicht um hardwarenahe Software wie Treiber kümmern. Es geht darum, dem Kunden Time-to-Market-Vorteile zu verschaffen, indem man ihm die Standardsoftwareumgebung so komfortabel bzw. komplett wie möglich anbietet. Uns hilft dabei unser modulares CPU-Konzept, was uns ermöglicht, die I/Os bzw. Controller möglichst unverändert beibehalten zu können. Das vermindert für uns den Aufwand für Treiber-Updates.
Welche besonderen Merkmale bieten Ihre CompactPCI-Systeme?
Hier sind drei Punkte zu nennen, die für unsere Kunden wesentlichen Nutzen bringen: Die Kompaktheit, die Offenheit und die Vollständigkeit der Lösung. Wir sind davon überzeugt, dass wir die kompaktesten Produkte anbieten. Wenn man bedenkt, dass der Trend anhaltend in Richtung schneller, kleiner und preiswerter geht, ist Kompaktheit ein wichtiger Wettbewerbsvorteil für uns und unsere Kunden, die so an ihre Endkunden Produkte mit geringer Verlustleistung, kleinerem umbauten Raum und besserem Preis-Leistungsverhältnis liefern können. Unsere zweite Stärke liegt in unserer Unternehmensstrategie, die in uns die Lage versetzt, dem Kunden eine offene Komplettlösung liefern zu können - diese Offenheit wird durch die Erweiterbarkeit und Modularität der CompactPCI-Systeme unterstützt. Ein weiterer entscheidender Punkt ist die Vollständigkeit unserer Produktpalette. Hier hat uns es die Zusammenarbeit mit Inova Semiconductors ermöglicht, dem Kunden nicht nur technologisch führende 3U-CompaktPCI-CPUs und I/O-Module anbieten zu können, sondern auch eine sehr attraktive Lösung für das Bedienen und Beobachten in Form von abgesetzten Displays. Mit Hilfe der Inova-Semiconductors-Technologie können wir die volle Grafikleistung der Server selbst an entlegene Stellen bringen. Die sonst häufig anzufindenden, aber eigentlich nur mangels Alternativeentstandenen Lösungen mit Panel-PCs und Remote-PCs, lassen sich damit elegant umgehen. Elegant heißt hier z. B., dass der Kunde dazu weder Applikationssoftware oder das BIOS ändern muss oder auch, dass es möglich ist, beliebig viele abgesetzte Displays oder Eingabestationen an einen Server zu hängen. Wie wichtig die Vollständigkeit des Angebots ist, zeigt sich schon in der Akzeptanz dieser Strategie durch den Kunden: Bereits sechzig Prozent unserer Kunden nehmen unser Komplettsystemangebot wahr.
Welcher Art ist die Zusammenarbeit mit Inova Semiconductors?
Vor drei Jahren habe ich basierend auf einer Idee, die bereits in den 90er Jahren entwickelt wurde, zusammen mit einem Motorola-Manager Inova Semiconductors gegründet. Dahinter stand und steht die Überzeugung, das serielle Bussysteme die bestehenden parallelen Datenübertragungstechnologien ablösen und ganz neue Anwendungen ermöglichen werden. Inova Semiconductors ist ein völlig eigenständig finanziertes und selbstständig arbeitendes Unternehmen.
Welche Rolle spielt die dort entwickelte Technologie für Ihr Unternehmen?
Eines der bisherigen Produkthighlights von Inova Semiconductors ist die GigaStar-Technologie, die vor 18 Monaten in den Markt eingeführt wurde und die Grundlage einer ganzen Produktfamilie bildet. Dazu gehört ein digitaler Displaylink, den auch wir in unseren Lösungen einsetzen, um die riesigen Grafikdatenmengen, die für hochauflösende digitale Displays erforderlich sind, über große Distanzen zu übertragen. Das Besondere dabei: Die Übertragung ist äußerst robust und kann über industrietaugliche Standardkabel und -Stecker erfolgen. Die GigaStar-Technologie stellt für uns ein Unterscheidungsmerkmal gegenüber dem Wettbewerb dar und hat wesentlich zum Erfolg von Inova Computers beigetragen.
Wo sehen sie die Vorteile von CompactPCI gegenüber anderen Architekturen wie VME, PC104 oder ETX?
Ich habe mich dem VME-Markt über viele Jahre verbunden gefühlt. Die Zeit ist für traditionelle Bussysteme wie VME allerdings abgelaufen auch wenn es gerade in Zentraleuropa noch, teilweise absichtlich hervorgerufene Irritationen bezüglich des Schicksals von VME existieren. So gab es von Anbieterseite in den letzten zwölf Monaten einerseits kurzfristig offizielle Abkündigungsschreiben, gerade im Falle von VME, und andererseits werden Kunden dazu gebracht, in neuen Applikationen VME einzusetzen. Das halte ich für ein sehr fragwürdiges Vorgehen. In den USA ist VME ein abgeschlossenes Kapitel.
Gilt das auch für den PC104-Markt?
Der PC104-Markt ist unserer Überzeugung nach eher als europäisches Phänomen zu werten. In den USA ist dieses Konzept schon sehr früh durch CompactPCI abgelöst worden. Hauptsächlich verantwortlich für diese Entwicklung sind die mechanischen Nachteile, die wesentlich durch die erforderlichen Stecker verursacht werden, und der damit einhergehend vergleichsweise großen Flächenverlust. PC104-Produkte können sich daher in erster Linie in einfacheren Anwendungen mit niedrigen Anforderungen an das System bewähren. Dass sich der PC104 trotzdem nicht nur in Fernost, sondern auch in Zentraleuropa halten kann, liegt am Engagement einiger Firmen. Statistisch betrachtet geht dieser Anteil allerdings im Weltmarkt unter. Gemäß unserer Informationen konnten vor zwei Jahren, im Scheitel der Erfolgskurve von PC104, 380 Mio. US$ mit ent-sprechenden Produkten umgesetzt werden.
Wie sehen Sie die Position von ETX?
ETX eignet sich für einfachere Anwendungen - die wir nicht adressieren - da die Leistung noch oben begrenzt ist. Der nächste Schritt zur 2-GHz-Klasse, den wir demnächst in entsprechenden CPU-Produkten umsetzen, lässt sich mit dem ETX-Konzept nicht realisieren, da es an Möglichkeiten mangelt, diese Leistung auch nach außen zu bringen. Ein weiterer wesentlicher Nachteil liegt darin, dass mit dem ETX-CPU-Modul das BIOS vom Hersteller mitgeliefert wird und in der Regel dem Kunden nicht als Source vorliegt. Das kann sich als ein nicht ganz triviales Problem herausstellen. Prinzipiell beurteilen wir aber jeden Versuch von Markteilnehmern gemeinsam etwas umzusetzen positiv. Insofern bewerten wir auch ETX als einen positiven Ansatz, der allerdings eher für den Low-End-Bereich sinnvoll erscheint und sich für Kunden eignet, die ihr Produkt schnell und in kleinen Stückzahlen entwickeln wollen. Intel hatte vergleichbare Module auf den Markt gebracht, diese Strategie mittlerweile wieder aufgegeben und die Module alle mit Last-Buy-Zyklen abgekündigt. Insofern räumen wir ETX nur eine begrenzte Bedeutung ein.
Die Motherboard-Lösungen sind aber in der Regel billiger?
Vergleicht man das Motherboard mit dem CompactPCI-Konzept, dann spricht für das Motherboard-Konzept der niedrigere Einstiegspreis. Der Preis eines solchen Komplettsystems liegt zwischen 30 bis 40 Prozent unter dem eines CompactPCI-Systems. Diese Rechnung geht allerdings nur auf, wenn Stillstandszeiten, Service- oder Auf- und Umrüstungskosten nicht mit einfließen. Werden die Systeme auf dieser Ebene gegen-übergestellt, dann liegen CompactPCI-Systeme klar vorne. Das lässt sich durch Marktstudien eindeutig belegen. Welche negativen Folgen hier eine falsche Entscheidung haben kann, zeigt das Beispiel der Bahn AG, die einen schweren Imageschaden durch den zweimaligen Stillstand eines Intercity-Zugs in einem Tunnel erlitten hat - Konsequenz einer Fehlentscheidung vor einigen Jahren, als der Anschaffungspreis alleiniges Kaufkriterium war und daher ein Motherboard-System mit direkten Steckern zur Steuerung des Intercity zum Einsatz kam. Diese Erfahrungen unserer Kunden beschleunigen den Siegeszug von CompactPCI. Die Wachstumsraten gewinnen auch durch die zunehmende Akzeptanz von Seiten der Maschinenbauer, auch gerade des deutschen Maschinenbaus, an Dynamik.
Welchen Marktanteil hat CompactPCI in neuen Applikationen bzw. Produkten?
Dazu ist vorauszuschicken, dass VME in den besten Zeiten 40 bis 45% Anteil am 4,5-Mrd.-US$-Markt Embedded Computer auf sich vereinigte. Etwa die Hälfte des Gesamtmarktumsatzes werden mit PC-kompatiblen Systemen erzielt, wobei etwa 700 Mio. US$ auf CompactPCI-Systeme entfallen.
Hat CompactPCI bereits den Umsatzhöhepunkt erreicht?
Unserer Einschätzung nach steht cPCI gerade am Anfang einer ausgeprägten Wachstumsphase, die über mindestens fünf bis sieben Jahren anhalten dürfte. Die ersten Anwendung von seriellen Bussysteme in anspruchsvollen Anwendungen wie Servern dürften wohl erst in drei oder vier Jahren zu beobachten sein. Ich gehe davon aus, dass in sieben Jahren die seriellen Bussysteme auch im mittleren Bereich eine große Rolle spielen werden.
Wie beurteilen Sie FireWire in diesem Zusammenhang?
FireWire hat zwei klassische Nachteile, die gegen den Einsatz in der Antriebstechnik sprechen: Als kupfergebundener Bus lassen sich wegen des massegestützten Signals nur kurze Übertragungswege realisieren. Dieses Problem lässt sich zwar durch Verwendung eines Lichtwellenleiters als Medium vermeiden, ist allerdings aus wirtschaftlicher Sicht nicht tragbar, da sich eine qualitativ gleichwerte Übertragung z.B. mit Hilfe von GigaStar auf billigeren und robusteren Kupferkabeln erreichen lässt. Zusätzlich ist FireWire ein protokollgebundenes Übertragungssystem, das als solches in den Controllern selber entsprechenden Ressourcen voraussetzt sich also für preissensitive Anwendungen nicht eignet.
Sehen Sie sonst Konkurrenztechnologien im seriellen Busbereich? Es gibt zwar viele serielle Busprodukte, die aber alle CMOS-basiert sind und damit für die Überbrückung von langen Distanzen in industrieller Umgebung nicht geeignet sind. Das lässt sich nur mit bipolaren Technologien erreichen, weil z. B. nur dann die Ausgleichsstromproblematik vermeiden werden kann. Der GigaStar-Chip besteht aus zwei Chips, einen bipolaren Chip für die Übertragung und einen CMOS-Chip für die Logikaufgaben. Damit kombiniert er die Vorteile beider Welten. Der GigaStar ist konkurrenzlos am Markt und wird dies auch einige Zeit bleiben - jedenfalls sehen wir keinen Konkurrenten, der unseren Vorsprung schnell aufholen kann.
Sie nannten Liefersicherheit als wichtiges zu beachtendes Kriterium. Gefährdet die Produktpolitik der CPU-und Grafikchiphersteller die langfristige Verfügbarkeit?
Die Produktpolitik von Intel kann hier nur positiv bewertet werden. Wenn sich ein Hersteller von OEM-Produkten an die Intel-Embedded-Roadmap hält, ist die Versorgung mit Prozessoren und damit eine hohe Langlebigkeit des Produkts gesichert. Intel hat sich für uns bisher als ein äußert zuverlässiger Partner bewährt. Es gibt Anzeichen, dass Intel diese Partnerschaften eher noch weiter ausbaut und dem Embedded-Markt ein stärkeres Gewicht beimisst als dies bisher der Fall war. Für den Grafikmarkt haben wir von Anfang an spezielle Stabilitätsstrategien entwickelt, weil dies ein sensibler Bereich ist und es sehr wohl zu Problemen kommen kann. Wir werden aus diesem Grund zur Embedded Systems interessante Neuigkeiten vorstellen, die für Grafik-Controller eine ähnlich hohe Verfügbarkeit sichern wird.
Welchen Einfluss hat die häufig kritisierte Lizenzpolitik der OS-Anbieter auf die Liefersicherheit?
Die Kontinuität eines OEM-Produkts in Hinblick der Lieferung eines Betriebssystems ist kein Problem. Für die Serie wird das Betriebssystem z.B. die Windows NT- oder CE-Version eingefroren. Damit sind diese Betriebssysteme genauso langlebig wir andere Betriebssysteme. Sollten Sie die Gerüchte ansprechen, dass es da Probleme mit Microsoft gäbe entsprechende Lizenzen zu beziehen, so entbehrt dies jeglicher Grundlage und ist ausschließliche Folge von Falschmeldungen. Hier wurde verschiedentlich die Situation im Deskttop-Bereich bzw. End-User- Markt mit dem Embedded-Markt verwechselt.
Und wie steht es mit der Verfügbarkeit von Schnittstellen- und Controllerkomponenten?
Was die Stabilität der I/O- und Controller-Produkte angeht, ist zu bemerken, dass in den klassischen I/O-Bereichen digital und analog eine Verfügbarkeit von 10 oder 15 Jahren ohne großen Mühen garantiert werden kann. Bei den PC-kompatiblen Controllern ist das etwas schwieriger. Dort gilt es, ähnliche Vorsicht wie bei der Auswahl eines Grafikcontrollers walten zu lassen. Mit dem Hersteller sollte daher die Verfügbarkeit eines jeden Controllers geprüft und ggf. vertraglich abgesichert werden - wie wir das mit vielen unserer Lieferanten getan haben.
Ist das Einlagern von Chips hier ein gangbarer Weg?
Einlagern geht nur in sehr beschränktem Umfang. Zur Bewertung der Liefersicherheit von Halbleiterkomponenten gilt es daher auch immer die Strategie des Herstellers bezüglich der verwendeten Halbleitertechnologie zu berücksichtigen, bzw. zu prüfen ob entsprechende Fertigungsstätten ausreichend lange zur Verfügung stehen. Zweitens muss der Kunde den Business-Plan des Halbleiterherstellers dahingehend untersuchen, ob dieser die Langlebigkeit der eingesetzten Embedded-Produkte garantiert. Es ist nicht so schlimm, wie dies immer wieder dargestellt wird. Aber man muss schon genau hinschauen, wenn etwas abgekündigt wird: Wenn die Abkündigung vorliegt und der Last-Buy in ein bis zwei Jahren getätigt werden muss, ist zum Zeitpunkt der Abkündigung eine Einlagerung nicht sinnvoll. Entschließt sich der Hersteller oder der OEM trotzdem dazu, einen Jahresbedarf einzulagern, dann ist eine Lieferfähigkeit von vier Jahren ab der Abkündigung ohne großen zeitlichen und finanziellen Aufwand sichergestellt. Geht man davon aus, dass das fragliche Bauteil zu diesem Zeitpunk bereits einige Jahre verbaut wurde, sind sieben Jahre Lebenszyklus kein Problem. Die Verfügbarkeit ist ein geringeres Problem, als dies in der Öffentlichkeit manchmal dargestellt wird, ein Riesenvorteil gegenüber PCs.
Liegt das an der veränderten mittleren Einsatzzeit solcher Systeme?
Früher gab es wirklich Zyklen von 15 oder sogar 20 Jahren. Schon damals war dies nur mit äußerst umsichtigem Vorgehen, bzw. Selektion der Bauteile erreichbar. Diese Zeiten sind aber - zumindest aus unserer Sicht - vorbei. Wir müssen uns hier eher mit 10 Jahren begnügen, wenn man berücksichtig, dass in Rahmen von Embedded-Roadmaps in der Regel fünf Jahre Verfügbarkeit garantiert werden. Wenn eine Komponente über fünf Jahre erhältlich ist, dann sind sieben Jahre Verfügbarkeit ohne große Investition erreichbar. Mit Hilfe von Vorproduktion, Lagerhaltung oder vertraglichen Vereinbarungen mit dem Kunden, können auch zehn Jahre erreicht werden.
Welche Marktentwicklung erwarten Sie für 2002, auch in Hinblick auf die Konzentration der Anbieter im Jahre 2001?
Wir haben uns jetzt nochmals mit Kapital versorgt, um unser schnelles Wachstum finanzieren zu können. Wir beobachten einerseits mit Wohlwollen, andererseits manchmal mit Staunen, wie es einige unserer Konkurrenten fertig bringen, manchmal ausschließlich über Zukäufe zu wachsen. Leider lassen die Meldungen über Zuwachraten keine saubere Abgrenzung der Perioden erkennen, ein Vorgehen, das in den USA nicht zulässig wäre. Natürlich stellen Zukäufe eine Möglichkeit dar, schnell zu wachsen oder eine kritische Situation zu schnell zu überwinden. Wir hoffen, dass diese Bestrebungen im Interesse aller Marktteilnehmer genauso erfolgreich sind wie unsere Strategie, große Kunden von unseren Leistungen zu überzeugen und umfassend zu betreuen.
Was haben Sie sich für das Jahr vorgenommen?
In den Anfängen des Unternehmens haben wir uns weitgehend nur Weltmarktführer als Kunden adressiert und dort auch viele Applikationen gewinnen können, vorauf wir stolz sind. Mittlerweile haben wir unsere Organisation etwas breiter aufgestellt und sind in der Lage, auch Bestellungen im mittleren Stückzahlenbereich von 100 bis 300 Systemen abzuwickeln und gut zu betreuen. Wir gehen daher davon aus, dass wir 2002 die Anzahl der betreuten Kunden deutlich steigern können und gerade aus dem Maschinenbaubereich weitere Kunden akquirieren können. Hierbei wird uns auch unsere Produktpalette helfen, die wir gerade für diese Zielgruppe noch etwas runder gestalten. Wir arbeiten hier an einer Erweiterung unseres Angebots in Richtung Antriebstechnik unter Nutzung schneller serieller Busse. Die Schwierigkeiten der Synchronisation und Verkabelung gehören dann dank der neuen fast latenzfreien seriellen Bussysteme der Vergangenheit an. (jr)
Abb. 1: Das Inova „CoolBreeze“-Gehäusekonzept schützt die Elektronik vor äußeren Umwelteinflüssen wie Staub und Feuchte und hält sie gleichzeitig kühl - Basis CompactPCI
Abb. 2: Bis 2200 cd/m 2 hell und stufenlos regelbar sind die Inova abgesetzte Displays - damit sehr gut auch für den Außenbereich einsetzbar
|
| |
|
 |
|