LonWorks wird mehr und mehr zum de facto-Standard für die Automation von gewerblichen Gebäuden und Privathäusern und findet aufgrund seines offenen Systems immer häufigeren Einsatz in der Industrie. Die Integration des Internets bereitet darüber hinaus den Weg zu einer globalen Vernetzung von Geräten und Gewerken vor: Interoperabilität wird zum Hauptkriterium. Was bedeutet das für die Gebäude- und Homeautomation?
Einleitung
Ziel der 1988 entwickelten LonWorks-Technologie ist, Prozesse auf eine dezentrale Art zu automatisieren, die Interoperabilität zwischen Produkten unterschiedlichster Hersteller in einer globalen Dimension zu gewährleisten sowie Fernüberwachung und -konfiguration der Geräte über das Internet zu ermöglichen. Da Hausbesitzer und Gebäudebetreiber ihre Immobilien immer kostengünstiger verwalten müssen und dabei die Betriebs- und Instandhaltungskosten senken müssen und zum anderen möglichst effektive und einfache Wartung und Verwaltung gefragt ist, setzt die Integration der Gebäudeautomationtechnologie in das Internet neue Maßstäbe.
Hauptteil
Beispiel Business Tower in Nürnberg Ein Beispiel für den Einsatz von LonWorks in der Gebäudeautomation ist der Business Tower der Nürnberger Versicherungsgruppe. Dort wurde ein Netzwerk zur Einzelraumregelung und Lichtsteuerung des Bürokomplexes installiert. Auf einer Bruttogeschossfläche von circa 100 000 Quadratmetern arbeiten heute mehr als 4500 Menschen und über 60 000 Datenpunkte sind vernetzt. Durch den hohen Automationsgrad wird die Anlage heutigen und zukünftigen Ansprüchen der Betreiber zur Bewirtschaftung solch einer Immobilie gerecht.
Die Position von LonWorks in der Gebäudeautomation Im neuen Jahrtausend bestimmen offene Automationsnetze wie LonWorks die Richtung der Technologieentwicklung in der Gebäudeautomation. Jeder Hersteller kann Lon-Produkte entwickeln und diese Produkte in jedes LonWorks-Netzwerk integrieren sowie bestehende Netzwerke erweitern oder miteinander verbinden. Und das über die ganze Welt. Eine Vielzahl der wichtigsten internationalen Hersteller aus den Bereichen Lichtsysteme, Heizung, Klima, Lüftung, Beleuchtung, Sicherheit, Zutrittskontrolle und vielen anderen Branchen und Anwendungen verwenden LonWorks und entwickeln Produkte, die als einheitliches System zusammenarbeiten. Die Zahl der installierten Knoten beläuft sich bereits auf über 10 Million pro Jahr. LonWorks ist heute schon weltweit anerkannter Standard. Letztes Jahr wurde die Netzwerk-Technologie ‚PLT-22 Power Line‘ von Echelon vom American National Standards Institute (ANSI) als offene Norm anerkannt.
LonWorks und Internet-Anbindung Um im neuen Jahrtausend, in dem das Internet ohne Zweifel eine Schlüsselposition einnimmt, weiterhin bestehen zu können, muss ein einheitlicher und funktionaler Standard für die Kommunikation zwischen den Geräten rund um den Erdball geschaffen werden. Die Anbindung der LonWorks-Technologie an das Internet bietet die Möglichkeit einer branchenübergreifenden Lösung für die weltweite Vernetzung verschiedenster Geräte und Gewerke und schafft so eine völlig neue Dimension von Anwendungsmöglichkeiten. Neben der Kommunikation zwischen Mensch und Maschine ist auch die Kommunikation der Geräte untereinander denkbar und möglich. Denn, da alle Komponenten mit ‚Intelligenz‘ ausgestattet sind und über eine weltweit einmalige und eindeutige Adresse verfügen, können sie über das Internet-Protokoll direkt miteinander kommunizieren. In Zusammenarbeit mit der Firma Cisco Systems (dem weltweit führenden Hersteller von Lösungen für das Internet) entwickelte Echelon mit dem IP-Server i.LONTM eine Schnittstelle zum Internet. Darüber hinaus ermöglicht die Vereinbarung mit AT&T den direkten Zugang vom LonWorks-Netzwerk zum globalen Netzwerk von AT&T, so dass jeder Nutzer seine Geräte per Ortsgespräch von jeder Stelle des Erdballs überwachen und steuern kann.
Interoperabilität und Offenheit des Systems Gebäudeautomation ist die Summe aller Automationsaufgaben in einem Gebäude mit dem Ziel, Sicherheit, Komfort und Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten. Aufgrund der Interoperabilität der mit LonWorks kompatiblen Produkte verschiedenster Hersteller können alle Funktionen eines Gebäudes in ein Netzwerk integriert werden. Dabei können einzelne Bereiche oder auch das ganze Gebäude automatisiert werden. Im günstigsten Fall werden alle Geräte und Vorgänge - vom Bewegungssensor und dem Kartenlesegeräte für die Zutrittskontrolle über die Heizung, Klimaanlage und das Lichtsystem bis hin zur Fernwartung und Überwachung - über das LonWorks-Netzwerk gesteuert. Ermöglicht wird das durch die offene Struktur der Technologie. Jedes LonWorks-fähige Gerät kann mit Hilfe eines Plug-in in das LNS-Netzwerkbetriebssystem eingestöpselt werden. Dabei definiert das Plug-in genau die Funktionen des Gerätes im LNS. Die Zielsetzung bei der Offenheit des Systems ist, dass die neusten und fortschrittlichsten Produkte für jeden Bereich des Gebäudes ausgesucht und eingesetzt werden können. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Produkte von einem oder mehreren verschiedenen Herstellern stammen. Die Etablierung von LonWorks als Quasi-Standard bietet die Möglichkeit, das Gebäudemanagementsystem nahe an den Wünschen und Bedürfnissen der Hausbesitzer und der Bewohner sowie an bestehende Gegebenheit anzupassen. Auch spätere Veränderungen in Bezug auf Baumaßnahmen, Wechsel des Anbieters eines Produktes und ähnlichem sind im Gegensatz zu geschlossenen Systemen leicht und flexibel durchführbar.
Homeautomation heute und in Zukunft Auch im Bereich der Eigenheimautomation, als Teil von Gebäudeautomation, ereignet sich im Moment sehr viel. Verschiedene Vereinbarungen sollen helfen, die Homeautomation auszubauen. So wird ein italienisches Versorgungsunternehmen die Stromzähler von ungefähr 27 Millionen Haushalten in ein riesiges LonWorks-Netzwerk einbinden. Dies ermöglicht Hauseigentümern und Geschäftsleuten, die Internat-Anbindung als Vorteil der Heim- und Gebäudevernetzung zu nutzen und ihre Häuser und Büros effektiv mit dem Internet zu verbinden. Durch die Anbindung der LonWorks-Technologie an das Internet und die ‚Intelligenz‘ der einzelnen Geräte werden ungeahnte Anwendungen möglich. So könnte es schon bald eine Möglichkeit, statt eine Wasch- oder Spülmaschine zu kaufen, als Nutzer einfach einen Betrag für jeden Waschgang zu zahlen - am Ende das Monats gibt es vielleicht lediglich eine Rechnung über z.B. 374 Einheiten Strom und 35 Waschgänge. Oder auch die Wartung von Heizungs- und Klimaanlagen ist über das Internet ganz anders denkbar. Dann könnte zum Beispiel ein Wartungsunternehmen die Heizung fernwarten. Statt einmal im Jahr ein Check-up vorzunehmen, könnte es die Heizung via Monitor permanent über das Internet beobachten und warten und wenn nötig vor Ort reparieren. Nicht nur, dass dies einen Zugewinn an Komfort und Sicherheit bedeutet, es wird auch den Energieverbrauch minimieren, die Wartungsmaßnahmen und zentrale Störüberwachung effektiver gestalten und die Betriebskosten senken.
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