Elektronische Überwachungssysteme warnen rechtzeitig
Der Einsatz von Schränken zur Aufnahme von Steuerungs- und Automations-Systemen sowie für die Netzwerktechnik ist zum Standard geworden. Zum einen eröffnen sie die besten Möglichkeiten zum Organisieren aller eingebauten Komponenten und Kabel. Zum zweiten ermöglichen erst geschlossene Gehäuse einen weitreichenden Schutz dieser Einbauten gegen unbefugten Zugriff und unterschiedliche Umwelteinflüsse. Von einfachen Verriegelungen bis hin zu elektronischen Überwachungssystemen können Sicherheitsstufen modular an die Anforderungen angepasst werden. Da die industrielle Automation zunehmend mit der Informationstechnologie zusammenwächst, wird zunehmend unerheblich, ob Schränke die Produktion sichern oder einen Systemausfall in der IT verhindern sollen. Nachfolgend sollen die modularen Möglichkeiten von umfassenden Sicherheitsprogrammen aufgezeigt werden.
Im Industriebereich werden Schaltschranksysteme nicht nur zur Aufnahme von Schalt- und Verteilsystemen, sondern insbesondere auch zur Integration unterschiedlicher Automationsaufgaben eingesetzt. Da die Automationstechnik mehr und mehr auf mikroprozessorgestützten Computersystemen basiert, gilt eine Vielzahl von Sicherheitsanforderungen gleichermaßen für die Welt der Informationstechnologie wie für die Automation, denn ohne IT-Unterstützung geht es auch hier kaum noch. Die Vernetzung von unterschiedlichen Aufgaben macht passive Verteilungen und aktive Systeme zu den Nervenzentren aller industriellen Anwendungen. Der Einsatz von Anlagensteuerungen und Computersystemen erfordert Gehäuselösungen, die insbesondere den vielfältigen Einsatzbedingungen Rechnung tragen. Außerdem müssen Schränke, die nicht in zugangsgeschützten Umgebungen stehen, erst recht überwacht werden. Der damit verbundene Schutzbedarf kann je nach Anforderung sehr unterschiedlich sein. Eine einfache Lösung beginnt beim Verschließen der Schränke gegen unbefugten Zugriff. Bieten viele Schranksysteme bereits ein normales Schloss mit Sicherheitsprofil-Halbzylinder und entsprechenden Schlüsseln, gehen moderne Lösungen für die Aufstellung in unterschiedlichen räumlichen Gegebenheiten noch einen Schritt weiter. Mit Hilfe der speziellen Verriegelungseinheit eines Sicherheits-Türgriffes ermöglicht beispielsweise der Hersteller Rittal eine weitergehende und flexiblere Zugangssicherung der Schränke.
Ein Griff - mehr Sicherheit
Die erste Stufe eines erweiterten Schutzes der Schränke vor unberechtigtem Zugriff ist der Einsatz eines mechanischen Zahlenschlosses mit persönlichem Zugangscode. Mit Hilfe einer dreistelligen PIN erhalten autorisierte Personen die Möglichkeit zum Öffnen bestimmter Schränke. Um einem übergeordneten Betriebsverantwortlichen für alle Schränke, die unterschiedliche industrielle Anwendungen beherbergen können, den Zugang zu erleichtern, wird das Zahlenschloss mit einer Master-Key-Funktion kombiniert. Da hierbei eine Gleichschließung aller vorhandenen Schränke möglich ist, können diese Personen ohne Kenntnis jeder einzelnen Zahlenkombination dennoch alle Schränke schließen. Diese wirtschaftliche Lösung eröffnet personenabhängige Zugangsregelungen.
Sicherheit bedeutet auch Überwachung der Umgebungsbedingungen
Die nächste Stufe geht noch einen Schritt weiter, denn auch die klimatischen Bedingungen in einem Gehäuse haben weitreichenden Einfluss auf die Verfügbarkeit der eingebauten Systeme. Ist die Temperatur bei passiven Installationen noch nicht besonders kritisch, weil diese nur wenig Verlustwärme erzeugen, so macht die steigende Packungsdichte bei aktiven mikroprozessorgesteuerten Systemen eine Temperaturüberwachung unumgänglich. Mit jedem Grad zuviel sinken Lebensdauer und Betriebssicherheit elektronischer Systeme. Die Temperatur als Grundüberwachung sichert z. B. Rittal mit dem Gerät Easy-CMC. Einfach, und auch nachträglich, in jedem Schrank ohne Raumverlust zu installieren, meldet Easy-CMC das Überschreiten einer vorgegebenen Temperatur akustisch und optisch über das zugehörige Klartextdisplay. Ohne Raumverlust bedeutet hier den Einsatz des Gerätes mit einer optionalen Hutschienenbefestigung, die den nutzbaren Innenraum nicht beeinträchtigt. Um den Alarm optisch auch dann darzustellen, wenn das Gerät hinter einer Stahlblechtür eingebaut ist, eröffnet der Hersteller die Kombination mit dem zuvor beschriebenen Sicherheitstürgriff, der außer den beiden Schließungen auch noch über eine gut sichtbare Leuchtdiode verfügt. So können selbst lange Schrankreihen im Vorbeigehen hinsichtlich eventueller Alarme überwacht werden. Zur Überwachung weiterer Umgebungseinflüsse dient die Anschlussmöglichkeit von zwei zusätzlichen Sensoren über potentialfreie Kontakte. So lassen sich beispielsweise USV, Klimaanlage, Rauchsensor, Zugangssensor oder Luftstromwächter ebenfalls einfach hinsichtlich der Überschreitung von Grenzwerten kontrollieren. Der nächste Schritt in Richtung Sicherheit einer hohen Anzahl eingesetzter Schränke, die möglicherweise auch noch an verteilten Lokationen eingerichtet wurden, ist die Verbindung der Alarm-Meldesysteme über Netzwerk. Diese Option gestattet die Fernüberwachung auf einer Administrations-Konsole. Bei Rittal firmiert diese Lösung unter dem Produktnamen CMC II (Computer Multi Control). Außer der Temperaturüberwachung können in einem solchen System auch Informationen über Feuchte, Erschütterungen und eine Vielzahl weiterer Umgebungsdaten kontrolliert werden. Offene Schnittstellen integrieren dazu beliebige Standard-Sensoren. Die Meldung von Ist- und Sollwerten an Management-Systeme wird ergänzt durch weitreichende Sicherheitsfeatures, die auch den Zugang zu jedem Schrank regeln. Mittels elektromagnetischer Verriegelungseinrichtungen kann die Schranköffnung auf unterschiedliche Weise gestattet - oder verhindert - werden. Die Optionen reichen vom Zahlencode-Schloss über den Einsatz von Chip- und Magnetkarten bis hin zur Remote-Schließung über das Netzwerk. Die Überwachung der Schränke kann nicht nur via Intranet an einer einzigen Konsole erfolgen, sondern durch den integrierten Webserver auch von jedem beliebigen PC mit Webbrowser. CMC wird bei Rittal als Plug-and-Play-Lösung mit Kabelmanagement-Modulen geliefert und minimiert damit den Installationsaufwand. Die Möglichkeit, eine Konfigurationsdatei über TFTP zu versenden, macht die Administration einfach und übersichtlich. Hinsichtlich der Anforderungen an unterschiedliche Spannungsversorgungen ist das CMC mit einem Wide-Range-Netzteil ausgerüstet, das die Bandbreite von 48-230 VAC/DC abdeckt. Außergewöhnlich ist darüber hinaus, dass für räumlich weit entfernte Schränke, die nicht zusammen mit anderen Systemen - quasi autonom - aufgestellt werden, zusätzliche Wege der Alarmierung realisierbar sind. Rittal bietet optional sowohl einen ISDN-Terminaladapter als auch einen GSM-Modem an. Beide Alternativen ermöglichen Alarmmeldungen als SMS auf ein Handy.
Zugangsschutz plus einfache Administration
Schränke können - wie ausgeführt - auf vielfältige Arten gegen unbefugte Zugriffe geschützt werden. Für ein noch höheres Maß an Sicherheit wäre es jedoch wünschenswert, auch bei Eingriffen von berechtigten Personen einen Überblick darüber zu erhalten, wer etwas an Servern-Systemen vorgenommen hat, die auch in der Automation immer häufiger eingesetzt werden. Zu diesem Zweck verbindet Rittal das Überwachungsgerät CMC mit seinem Monitor-Switch SSC (Server Switch Control), der unterschiedliche Server mit nur einer Tastatur, Maus und einem Monitor verbindet. Mittels eines Kabels erhält SSC Zugriff auf die Überwachungsgeräte CMC. Damit entsteht die Möglichkeit, Netzwerkparameter wie Netzwerk-IP-Adresse und Subnetmask des Überwachungsgerätes CMC bei der Erstinbetriebnahme über ein On-Screen-Display-Menü einzustellen und Namen zuzuweisen. Der manuelle Konfigurationsaufwand vor Ort entfällt. Mit Hilfe der neuartigen Verbindung werden über SNMP vom Überwachungssystem Alarmmeldungen als Trap versandt. Auf diese Weise erhalten zentrale Administratoren Berichte über wesentliche Aktionen, die ein Berechtigter vor Ort an den Servern vorgenommen hat. Vorgänge hoher Priorität wie Aktivierung/ Deaktivierung von Rechnern, Änderungen an der Konfiguration und Softboot werden ebenso protokolliert wie Uhrzeit, User-Name, Rechner-ID, Konsolen-Nummer und eine Kurz-Notiz. Auf diese Weise wurde eine Sicherheitssteigerung geschaffen, die auf der Kompatibilität beider Systeme basiert. Erfolg ist eine erhöhte Systemverfügbarkeit.
Umfassende Sicherheit im Set
Aus den genannten Möglichkeit folgt nahezu zwangsläufig die Idee, alle Features für den Kunden vorkonfektioniert anzubieten, um Auswahl und Einrichtung zu erleichtern. Rittal beispielsweise bietet Kunden mit sehr hohen Sicherheitsansprüchen komplette Lösungen an, die alle genannten Möglichkeiten bereits beinhalten. Angefangen bei einem ansprechenden Design, umfassen diese durchdachten Schranklösungen auch das elektronische Zugangs-Berechtigungs-System, die Überwachungseinheit für alle Umgebungsbedingungen incl. Netzwerkanbindung sowie je nach Einsatz eingebaute Lüfter oder Klimakomponenten. Solche Komplett-Systeme garantieren, dass sicherheitstechnisch auch bei stand-alone-Aufstellungen nichts unbeachtet bleibt. Die Vorkonfektionierung sichert sofortige Einsatzbereitschaft und reduziert nicht nur das Risiko für eingebaute Systeme, sondern darüber hinaus auch den Montageaufwand und damit verbundene mögliche Fehlerquellen.
Abb.1 (DH00808): Das Easy-CMC (hier eingebaut in den oberen Türrahmen des IT-Towers) überwacht die Temperatur im Schrank, optional lassen sich zwei zusätzliche Sensoren, z.B. Rauchsensor anschließen. Abb. 2 (DH00822): Der Sicherheitsgriff hat eine integrierte Signallampe, mit der ein Sammelalarm vom Easy-CMC gemeldet werden kann. Mit 3fachem Zahlencode wird der Zugang zum Schrank gewährt. Abb. 3 (DB98192): Vielfältiges Zubehör ermöglicht wunschgemäße Ausstattung des Überwachungssystems, alle sicherheitsrelevanten Zustände im Schrank wie Temperatur, Feuchte, Erschütterung etc., werden durch CMC gemanagt. Abb. 4 (CMC003netzwerkgrafik): Durch die bidirektionale Datenübertragung vom Überwachungssystem CMC lässt sich der Schrank in vielen Funktionen in der Leitstelle und auch über Web darstellen und steuern. Abb. 5 (DE01946): Durch die Kombination von SSC und CMC erhält der zentrale System-Administrator über TCP/IP, SNMP Reports über alle Aktionen, die vor Ort an den Servern vorgenommen werden |
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