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| Roland Bent |
Immer kürzere Produkt- und Innovationszyklen sind kennzeichnend für den schnellen und dynamischenWandel im Informationszeitalter. Die Datenkommunikation hat sich unter diesen Randbedingungen zu einer Schlüsseltechnologie in allen Bereichen unserer modernen Gesellschaft entwickelt. Brauchten Ethernet und Internet noch Jahrzehnte, um sich zu einer Mainstream-Technologie zu entwickeln, so sind die Funktechnologien durch den zunehmenden Informationsbedarf in nur wenigen Jahren zu einem festen Bestandteil unseres Lebens geworden. Diese Randbedingungen sind auch für die Automatisierungstechnik prägend. Auch hier werden die Mainstream-Technologien der IT und Telekommunikation immer bestimmender. So haben in den letzten Jahren Ethernet- und Internet-Technologien Einzug in die Automatisierungstechnik gehalten. Verglichen damit, steht der Markt der drahtlosen Technologien für Industrieanwendungen noch am Anfang seiner Entwicklung. Doch die Zukunft wird von Analysten optimistisch bewertet. Die Unternehmensberatung Frost & Sullivan geht von einer Vervierfachung des Umsatzvolumens drahtloser Industrieprodukte zwischen 2003 und 2006 im europäischen Markt aus. Das Marktvolumen von 117 Millionen US-Dollar im Jahr 2002 soll bis 2006 auf über 422 Millionen US-Dollar ansteigen. Heute nehmen bei den industriellen Funklösungen noch proprietäre Systeme mit speziellen, die besonderen Belange der Industrie adressierenden Protokollen eine Vorreiterrolle ein. Zukünftig werden, bedingt durch die Skaleneffekte der Massenmärkte im Home- und Office-Bereich, zunehmend die Mainstream-Technologien wie WLAN und Bluetooth diese Rolle übernehmen. Die industriellen Massenanwendungen der nahen Zukunft werden auf diesen etablierten und weiteren, neu entstehenden Standardtechnologien aufbauen. Die Basistechnologien dafür sind heute verfügbar, ausgereift und ausreichend erprobt. Auch für Sicherheitsaspekte wie Schutz vor unberechtigtem Abhören und Eingreifen in den Datentransfer, die immer wieder als ein Schwachpunkt der Funktechnologie angeführt werden, gibt es durchaus umfassende technische Lösungen - man muss sie nur nutzen. Es bleibt allerdings die Aufgabe der Automatisierer, diese Mainstream-Technologien für den Einsatz im industriellen Umfeld in Bezug auf Robustheit, Verfügbarkeit, Sicherheit und Einfachheit zu ertüchtigen und applikationsgerechte Produkte für den Markt anzubieten - die Zeit dafür ist heute reif. Die Funkübertragung wird drahtgebundene Netzwerke zukünftig überall dort ergänzen, wo es um Flexibilität, Mobilität und kostengünstige Einbindung schwer erreichbarer Teilnehmer geht. Schwerpunkte sind dynamische Installationen, bei denen Daten zu bewegten, rotierenden oder temporären Teilnehmern zu übertragen sind oder die Teilnehmer über Kabel nur unter hohen Kosten oder gar nicht erreichbar sind. Ein weiteres, heute schon weit verbreitetes Einsatzfeld wird die Kommunikation zu mobilen Bedien- und Beobachtungsgeräten sein.Vergleichbar mit der Umstellung von der parallelen zur seriellen Feldverkabelung, liegt der Nutzen der Funkübertragung weniger im direkten Hardware-Kostenvergleich, sondern in einer gesamtwirtschaftlichen Betrachtung. Bei aller Euphorie gilt aber auch hier der Grundsatz „Nicht alles, was technisch möglich ist, ist auch sinnvoll.“ Die kabellose Maschine wird ebensowenig Realität wie das papierlose Büro. Kabel, Lichtwellenleiter und Funk haben ihre jeweiligen Stärken und Schwächen in der industriellen Automatisierung. Die Zukunft liegt in der sinnvollen Ergänzung der unterschiedlichen Technologien. Man kann aber durchaus davon ausgehen, dass bereits in fünf Jahren der Einsatz von Funktechnologien in der Automatisierungstechnik so selbstverständlich ist wie heute die Nutzung von Lichtwellenleitern oder kupfergebundener Netzwerke. Vollbeitrag als PDF |
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