Phoenix Contact setzt im Kampf um Markt-anteile auf Fertigungstiefe und kurze Reak-tionszeiten. Durch Innovation in der indust-riellen Verbindungs-, Interface- und Auto-matisierungstechnik sowie den Ausbau des internationalen Geschäfts will das Unterneh-men den Umsatz in fünf Jahren von heute 1,2 auf 2 Mrd. DM steigern. Im Interview zeigen Roland Bent und Frank Stührenberg auf, wie dieses Ziel erreicht werden soll.
Wie positioniert sich Phoenix Contact?
Bent: Wir verstehen uns als Komplettanbieter in der industriellen Verbindungs-, Interface und Automatisierungstechnik. Wir wollen unseren Kunden die Möglichkeit geben, bei uns alle Produkte zu bekommen, die sie brauchen, um jede Aufgabe der Verbindungs- und Interfacetechnik zu lösen. Gleichzeitig sehen wir uns als Spezialisten in den einzelnen Geschäftsfeldern, mit der Kompetenz, diese Bereiche zu kombinieren und zu einer kompletten Lösung zu schnüren. Aufbauend auf den Kernkompetenzen Verbindungstechnik, Kunststofftechnologie, Überspannungsschutz und Industrieelektronik bieten wir unseren Kunden ein umfassendes Komponentenportfolio an. Darauf basiert auch unser Produktspektrum für die Automatisierung. Hier treten wir sowohl als System- als auch als Komponentenanbieter an. Dieser Mix ist wichtig und notwendig, da wir nur so die Lösungskompetenz und das Applikations-Know-how aufbauen können, die für die zielgerichtete und erfolgreiche Entwicklung und Vermarktung von Komponenten und Systemen erforderlich sind. Stührenberg: Als antreibendes Moment wirkt der Anspruch, technologisch und in Hinblick auf die ökonomische Position führend zu sein. Die Stärke von Phoenix Contact liegt dabei in der mittelständischen Struktur und damit einhergehend in der Fähigkeit, dem Kunden individuelle Lösungen in Kombination mit einer weltweiten Präsenz eines international agierenden Unternehmens bieten zu können.
Welche Bedeutung hat in diesem Zusammenhang das Reihenklemmengeschäft?
Bent: Der Markt für klassische Reihenklemmen hat für uns nach wie vor eine zentrale Bedeutung. Im Bereich der Reihenklemme oder, allgemeiner gesprochen, im Bereich der Anschlusstechnik wird es auch in Zukunft noch wichtige Innovationen geben. Die Entwicklung geht in Richtung kleinere Bauformen und einfachere, schnellere Verwendung bzw. Installation. Wir werden auch im nächsten Jahr hier wieder etliche Highlights der Öffentlichkeit vorstellen, z.B. hinsichtlich geringerem Platzbedarf bei gleichzeitig größerem Anschlussraum, intelligentere Gestaltung der Brückbarkeit oder der Beschriftung von Klemmen. Zeit- und Platzersparnis bleiben die treibenden Faktoren in diesem Bereich. Neben der Schnellanschlusstechnik, die sich gegenwärtig am Markt durchsetzt, kann als weitere Innovation die Verbindung der Klemme mit Elektronik genannt werden.
Stührenberg: Die Herausforderung im Bereich der elektro-mechanischen Komponenten liegt darin, den Spagat zwischen attraktiven Preisen und einem umfassenden Produktportfolio zu schaffen - ohne dabei unrentabel zu sein. Ein Hersteller benötigt dazu einige Produkte, die der Markt in höchsten Stückzahlen abnimmt und die als Cash Cow fungieren. Gleichzeitig muss er seinen Kunden sehr fein differenzierte Varianten offerieren können, um als langfristiger Partner attraktiv zu sein. Wir versuchen daher, Technologie und Marktanteile in Balance zu halten. Dahinter verbirgt sich letztlich Technologie- und Kostenführerschaft. Wir setzen auf Fertigungsautomatisierung und können heute auch hier am Standort Deutschland mit Anbietern aus Asien oder anderen Low-Price-Herstellern konkurrieren.
Einige Anbieter von Reihenklemmen sind hier in den letzten Monaten andere Wege gegangen.
Stührenberg: Jeder Anbieter muss das gerade erwähnte Spannungsfeld lösen. Einige setzen darauf, das Produktangebot zu straffen, um die Kostenposition zu verbessern. Wir beurteilen den Markt anders. Wir glauben, dass nach wie vor gerade die Kunden aus der Automatisierungsbranche sehr funktionsnah entscheiden: Der Kunde will eine Funktion und ist dann auch bereit, einen angemessenen Preis dafür zu zahlen. Andere suchen den sicheren Hafen im Verbund eines Großunternehmens und müssen dort ihre Position erst wiederfinden. Wir werden den von uns eingeschlagenen Weg weiterverfolgen.
Welche Fertigungsstrategie verfolgt Phoenix Contact?
Bent: Wir setzen, das ist auch in unseren Unternehmensgrundsätzen verankert, auf umfassendes Fertigungs-Know-how. Das reicht von der Metallverarbeitung, dem Werkzeugmaschinenbau über die Kunststoffverarbeitung bis hin zur Elektronikfertigung und Endmontage. Wir profitieren hier von der auch räumlich engen Zusammenarbeit von Entwicklung, Konstruktion, Werkzeug- und Maschinenbau und der Fertigung, wobei Letztere als Erste unsere eigenen Automatisierungsprodukte einsetzen. Es hat sich gezeigt, dass es zudem Sinn macht, zusammengehörige Prozesse möglichst vollständig an einem Fertigungsstandort als Kompetenzcenter zusammenzufassen.
Stührenberg: Neben den Fertigungsstandorten Blomberg, Lüdenscheid und Pyrmont verfügt Phoenix Contact über einen weiteren europäischen Produktionsstandort in Polen, der als verlängerte Werkbank für Blomberg dient. Dort wird im Wesentlichen Verbindungstechnik in Form kompletter Produkte gefertigt, bei der handarbeits-intensivere Tätigkeiten erforderlich sind. Der Löwenanteil von über 90 % unserer Produkte wird in Blomberg und Umgebung entwickelt und gefertigt und dann über das Zentrallager in Blomberg an unsere Kunden ausgeliefert. Eine Ausnahme stellt hier nur die Produktionsstätte in China dar. China ist ein eigenständiges Werk und beliefert derzeit ausschließlich den chinesischen Raum. Es ist nicht ausgeschlossen, dass von dort aus in Zukunft andere Länder der Region beliefert werden.
Warum halten Sie an dieser ausgeprägten Fertigungstiefe fest?
Stührenberg: Gerade im letzten Jahr haben wir erneut die Bestätigung für die Richtigkeit dieser Entscheidung erhalten: Den immer kürzeren Zyklen und steileren Schwankungen des Marktes können wir zeitnah nur folgen, weil wir beispielsweise über einen eigenen Werkzeugbau verfügen, der fast komplett unseren Bedarf abdeckt. Wir sind also in Zeiten starken Marktwachstums nicht gezwungen, auf Lieferungen von Maschinenbauern zu warten, um kurzfristig notwendig gewordene Kapazitätserweiterung abdecken zu können. Wir konnten durch unsere kurzen Reaktionszeiten vom extremen Marktwachstum des letzten Jahres stärker profitieren als unsere Wettbewerber. In anderen Bereichen, wie z.B. bei der SMD-Bestückung, steht das Halten von Know-how im Vordergrund, mit dem angenehmen ‚Nebeneffekt’, auch kleine Stückzahlen fertigen zu können.
Wie passt das zum allgegenwärtigen Trend zur Konzentration auf Kernkompetenzen?
Bent: Es ist natürlich immer schwierig, die Kernkompetenz präzise abzugrenzen. Das Beispiel Schraubenfertigung - die man auf den ersten Blick vielleicht nicht gerade zu einer Kernkompetenz eines Interfaceherstellers zählen würde - soll dies stellvertretend deutlich machen: Wir verwenden für unsere Schrauben, die wir für die Klemmen benötigen, keinen Stahl, sondern spezielle hochwertige Kupferlegierungen. Kupfer kann im Gegensatz zu Stahl nicht rosten. Nur die tiefen Kenntnisse hinsichtlich des Materials und der darauf abgestimmten Fertigungstechnologie ermöglichen es uns, bei hoher Qualität die großen Mengen an Schrauben rationell zu fertigen, die ein äquivalentes Bruchdrehmoment wie eine Stahlschraube aufweisen. Wir bewerten dieses Wissen auch als ein Teil unserer Kernkompetenz und Möglichkeit zur Differenzierung. Wir analysieren natürlich genau, ob wir in den jeweiligen Bereichen auf kritische, d.h. ökonomisch sinnvolle Volumina kommen.
Welche Position bezieht Phoenix Contact in Bezug auf die dezentrale Auto-matisierungstechnik?
Bent: Der Trend zur Dezentralisierung der Automatisierungstechnik bedeutet für uns eine enorme Chance. Dezentralisierung ist gleichzusetzen mit mehr installierten Geräten, mehr Anschlusstechnik, mehr Interfacetechnik. Durch unsere breite Aufstellung und die Art der Kombination der Geschäftsfelder profitieren wir in allen Bereichen, auch wenn es techno-logische Verschiebungen gibt. Wenn zum Beispiel der Antrieb aus dem Schaltschrank ins Feld wandert, dann verändert sich die Anschlusstechnologie; Reihenklemmen werden durch Steckverbinder ersetzt - Phoenix Contact kann beides liefern und bleibt so Partner des Kunden. Der Trend in Richtung verteilte, modulare Automatisierungstechnik ist klar erkennbar, auch wenn er sich heute noch nicht unbedingt im Umsatz niederschlägt und die Diskussion noch im Vordergrund steht. Das dahinter verborgene technologische Spannungsfeld führt allerdings dazu, dass die diskutierten Konzepte auch vorangetrieben werden. Die IDA-Gründung vor fast zwei Jahren hat z.B. sehr schnell und spontan dazu geführt, dass die Profinet-Aktivität gestartet wurde.
Wo liegen die Unterschiede der beiden Ansätze?
Bent: Die Stoßrichtung dieser Aktivitäten geht in die gleiche Richtung. Die IDA ging das Thema allerdings eher von der Kommunikationsseite aus an und verfolgte ursprünglich im Schwerpunkt das Ziel, Ethernet-und die Webtechnologien für die verteilte Automation nutzbar zu machen. Stand am Anfang die Echtzeitfähigkeit von Ethernet im Zentrum der Anstrengungen, steht mittlerweile genauso stark das Thema Engineering auf dem Programm. Bei Profinet steht Letzteres im Zentrum der Aktivitäten und weniger die Frage, ob sich Ethernet als Kommunikationsmedium eignet.
Besteht hier erneut die Gefahr einer Situation, die der des ‚Feldbuskriegs’ ähnelt?
Bent: Also, letztendlich hat das Kommunikationsmedium oder der Datentransfer als Differenzierungsmerkmal ausgedient. Zukünftig wird sich die Automatisierungstechnik auf anderen Ebenen unterscheiden: Wir werden uns z.B. im Bereich der Software und des Engineerings unterscheiden müssen. Ethernet wird dazu beitragen, hier eine Standardisierung herbeizuführen. Andererseits muss Technologie und die Entwicklung von Technologie im Wettbewerb erfolgen. Erst später wird und kann sich der Wunsch der Kunden durchsetzen, die Dinge wieder unter einen Hut zu bringen. Ich erwarte hier insofern einen ähnlichen Prozess wie bei den Feldbussen: Ohne Interbus hätte es Profibus nicht gegeben - und der Markterfolg von Interbus hat letztendlich dazu geführt, dass der Marktführer der Steuerungstechnik ‚sein’ Netzwerk auch für andere Anbieter geöffnet hat.
Ist es nicht für alle Beteiligten besser, von Anfang an auf einen einheitlichen Standard zu setzen?
Stührenberg: Wir erzielen heute etwa 15 % unseres Geschäfts, also knapp 200 Mio. Mark, mit Interbus-I/Os und den darum angesiedelten Produkten wie Steuerungstechnik und zu einem geringen Anteil auch mit HMIs. Hätten wir vor 15 Jahren diese Frage mit Ja beantwortet und uns an einen Feldbus angehängt, der vom Markt-führer in Deutschland oder Europa favorisiert wurde, wäre uns nach meiner Überzeugung das Volumengeschäft verschlossen geblieben. Unser I/O-Geschäft wäre dann bestenfalls eine Facette unseres Interface-Bereichs und kein eigenständiges Produktgebiet geworden. Das frühe Aufgeben von Produktdifferenzierung trägt unserer Auffassung nach nicht dazu bei, dass man unternehmerisch erfolgreicher ist oder den Kundennutzen erhöht.
Führt der Trend zur verteilten Automation eigentlich zu mehr Offenheit oder zu mehr Geschlossenheit?
Bent: Wir sind absolut davon überzeugt, dass ein mittelständisches Unternehmen im Automatisierungsmarkt seine Position am Markt nur dann behaupten kann, wenn es Automatisierungslösungen aus Produkten verschiedener Hersteller zusammensetzen und dabei so viele Standards wie möglich nutzen kann. Wenn die Steuerungsfunktionalität in die Geräte wandert und das System gerade wegen der offenen Feldbusse heterogen ist, dann muss sich der Anwender plötzlich mit einer Vielzahl von Projektierungs-, Parametrierungs- und Programmierwerkzeugen auseinander setzen - schließlich haben sich auf dieser Ebene bisher keine offenen Standardwerkzeuge durchsetzen können. Diese Situation werden die Anwender nicht akzeptieren. Das Angebot eines Komplettanbieters klingt da verlockend - bietet es doch den Vorteil eines einheitlichen Engineerings. Allerdings mit dem entscheidenden Nachteil, dass sich die Geräte anderer Hersteller - insbesondere ist hier der Mittelstand betroffen - nur schwer integrieren lassen. So würden wieder geschlossene Systeme entstehen. Wenn wir uns in deren zukünftiger Welt weiterhin die Offenheit der Lösungen erhalten wollen, braucht es eine standardisierte Plattform als Alternative zu den ‚Standards’ der drei, vier großen Komplettanbieter. Wir setzen daher ganz bewusst auf offene Standards und dabei gilt es, bestehende Technologien z.B. aus der Bürowelt oder Konsumelektronik für die Automatisierungstechnik zu verwenden bzw. weiterzuentwickeln.
Phoenix Contact hat dieses Jahr erstmals Umsatzzahlen veröffentlicht. Was hat Sie zu diesem Schritt bewogen?
Stührenberg: Wir haben mit über 5000 weltweit beschäftigten Mitarbeitern und einem Umsatz von 1,2 Mrd. DM konsolidiertem Umsatz eine Marktposition und Größe erreicht, die es uns sinnvoll erschienen ließ, uns nach außen hin klar erkennbar zu positionieren. Dieser Schritt soll, zusammen mit der Anfang des Jahres durchgeführten Neustrukturierung der Organisation, für mehr Transparenz sorgen, damit uns die vorhandenen und potenziellen Kunden entsprechend einordnen und einfacher mit uns zusammenarbeiten können. Die Reaktionen zeigen bisher, dass diese Entscheidung richtig war.
Wie sieht die neue Struktur aus?
Bent: Die grundsätzliche Struktur unseres Unternehmens, im Sinne der Produktbereiche und der betrieblichen Organisation, gliedert sich in zwei Geschäftsbereiche: Industrial Components und Automation Systems. Unter diesem Dach sind die vier wesentlichen Produktsäulen zu finden: Verbindungstechnik, Überspannungsschutz, Interfacetechnik und Automatisierung. Die traditionelle Verbindungstechnik wie Reihenklemmen, Industriestecker, Leiterplattenanschlusstechnik, die Interfacetechnik, Elektronik und Komponenten für den Schaltschrank bilden wir mit dem Bereich Industrial Components ab. Der von den Produkten her jüngere Geschäftsbereich Automation Systems fasst die Produktbereiche rund um die Interbusbzw. Feldbus- und die Automatisierungstechnik, ergänzt um Dienstleistungen und Services, zusammen.
Was bringt die neue Struktur dem Kunden?
Stührenberg: Beide Geschäftsbereiche haben heute eine eigene Vertriebsorganisation. Vor der Umstrukturierung hatten wir zunehmend Systemberater, Branchenmanager und Projekt-Supporter als Backup in der Projektarbeit für unser Netz von Handelspartnern etabliert. Der klassische One-Face-To-The-Customer- Ansatz, den wir bis zum Jahreswechsel verfolgt haben, stößt hier an seine Grenzen, da der einzelne Ansprechpartner im Systemgeschäft ein Allrounder und gleichzeitig ein Spezialist sein müsste. In unserer neuen Vertriebsstruktur hat der Kunde einen spezialisierten Gesprächspartner, der für seinen jeweiligen Geschäftsbereich voll verantwortlich ist. Damit sich der Kontakt für den Kunden auch weiterhin möglichst einfach gestaltet, haben wir eine umfassende IT-Infrastruktur aufgebaut, die es zum Beispiel jedem Ansprechpartner ermöglicht, Aufträge anzunehmen und weiterzuleiten, auch wenn er nicht zuständig ist. Zusätzlich haben wir ein Tracking- System und eine umfassende Produktdatenbank etabliert, die es dem Kunden ermöglicht, den Status eines Auftrags transparent zu verfolgen. Das spart dem Kunden Anrufe und setzt bei uns Innendienstkapazität für die Betreuung der Kunden frei.
Phoenix Contact hat in Russland kürzlich die 29. Tochtergesellschaft gegrün-det. Wie passt dieser Schritt in die Vertriebsstrategie Ihres Unternehmens?
Stührenberg: Phoenix Contact hat zwar vergleichsweise spät, aber dann mit sehr starker Vehemenz die Internationalisierung vorangetrieben. Heute ist der Ausbau der internationalen Aktivitäten fest in den Zielsetzungen des Unternehmens verankert. Ein wesentlicher Grund für den Aufbau eigener Vertretungen liegt im ständig wachsenden Produktspektrum, in dem innovative Produkte einen großen Stellenwert einnehmen. Für Innovationen muss aber immer erst ein Markt geschaffen werden. Ein Handelspartner bewegt sich lieber in einen etablierten Markt. Wir treten daher sehr früh am Markt mit eigenen Gesellschaften auf, auch wenn das anfänglich erreichbare Umsatzvolumen auf den ersten Blick diesen Schritt unökonomisch erscheinen lässt. Welche Rolle die internationalen Märkte mittlerweile für uns spielen, zeigt der dort erwirtschaftete Umsatzanteil von 60 %. Wo sehen Sie besondere Marktchancen für Ihr Unter-nehmen? Bent: Für unsere Elektromecha-nikprodukte tun sich - neben den etablierten Märkten, in denen auch noch Wachstums-potenziale stecken - insbesondere dort Potenziale auf, wo Technologieänderungen, wie beispielsweise der Trend zur Dezentralisierung, anstehen, also ein ‚Raus aus dem Schaltschrank’. Das betrifft beispielsweise die Energiewirtschaft und das Transportwesen, wo in der Infrastruktur noch Aufholbedarf besteht. Aufgrund der Reife dieses Marktes sehen wir das größere Wachstum allerdings im Bereich der Elektronikkomponente oder des Systems. Etwa 85 % des Umsatzes entfallen heute auf den Bereich Industrial Components - den Rest erzielen wir mit Interbus und der Automatisierungstechnik. Entsprechend unserer Wachstumsziele bis 2005 gehen wir davon aus, dass dieser Anteil auf 20 bis 25 % wächst. Das Ziel ist erreichbar: Zum einen können wir sowohl aus technologischer Sicht als auch aus Sicht des Marktzugangs auf einer guten Basis aufbauen. Zum anderen kommt uns die größere Dynamik des Marktes entgegen. Im Automatisierungsbereich gehen wir daher von einem deutlichen zweistelligen Wachstum aus, wobei wir auch im Komponentenbereich zweistelliges Wachstum als realistisches Ziel anstreben.
Was hat sich Phoenix Contact für die nächste Zeit vorgenommen?
Bent: Im Bereich der Automatisierungstechnik fokussieren wir uns auf bestimmte technische und geografische Märkte, in denen wir eine führende Position anstreben. Technologisch gesehen ist die Automobilindustrie die treibende Kraft für unsere Automatisierungstechnologie. Die geografischen Schwerpunkte liegen in Europa und den USA. In den anderen Geschäftsfeldern der ‚Industrial Components’ ist unser Ansatz sowohl geografisch als auch in Bezug auf die Kundenkreise wesentlich breiter.
Stührenberg: Generell liegt unser klares Unternehmensziel darin, alle Geschäftsfelder weiterzuentwickeln und ein überproportionales Wachstum zu generieren. Es ist unser Ziel, in allen wichtigen Märkten mit allen Produktlinien sowohl techno-logisch als auch in Bezug auf die Marktanteile eine führende Position einzunehmen. (jr) Abb. 4: Phoenix Contact setzt auf hoch-automatisierte Produktion in Deutschland und nutzt die eigene Fertigung als Betatester der eigenen Automatisierungsprodukte. |
| |
|
 |
|