Trommel und Schnecke in einer Dekanterzentrifuge werden durch je einen Drehstromantrieb mit Frequenzumrichter geregelt. Um eine optimale Trennung fester und flüssiger Stoffe in der Trommel zu gewährleisten und ein Blockieren des Dekanters zu verhindern, wird eine abgestimmte Regelung des Drehzahlunterschieds der beiden Baugruppen benötigt. Bisherige Lösungen mit hydraulischen Regelungen oder separaten Steuerungen benötigten externe Sensoren, mit dem Nachteil einer erschwerten Abstimmung zwischen Schnecken- und Trommelantrieb. Bei Netzausfall kann es außerdem zum Festsetzen des in der Trommel befindlichen Restmaterials kommen. Die geberlose direkte Drehmomentenregelung DTC (Direct Torque Control) gestattet gleichmäßigen Betrieb von Trommel und Schnecke bei unterschiedlicher Medienviskosität und ermöglicht, bei einem Netzausfall die kinetische Energie der Trommel auszunutzen. Vollbeitrag als PDF
Zusammenfassung
Die Regelung der Trommel- und Differenzdrehzahl eines Dekanters wirkt sich entscheidend auf die abscheidbare Feststoffmenge und den Trocknungsgrad des Feststoffs aus und bestimmt somit die Trenngüte des Dekanters. Bei unregelmäßiger Materialzufuhr muss sichergestellt werden, dass der Dekanter nicht blockiert. Eine speziell entwickelte Dekantersoftware für die ABB Frequenzumrichter der Antriebsreihe ACS 600 ermöglicht eine optimale Abstimmung zwischen Schneckenund Trommelantrieb. Das geberlose DTC-Regelverfahren reduziert die Drehmoment- Schwankungen durch digitale Regeltechnik auf ein Minimum. Das verleiht den Antrieben höhere Prozess-Stabilität. Die Vorteile von DTC lassen sich mit Hilfe einer neuen Applikationssoftware auch für die Antriebsreihe ACS 600 von ABB anwenden. Der Nutzen für die Dekanteranwender liegt dabei neben den obern detailliert ausgeführten Eigenschaften insbesondere in folgenden Punkten:
- Hohes Anfahrdrehmoment mit Freifahrfunktion
- Vermeidung von kritischen Drehzahlen und thermischen Beanspruchungen des Schneckenmotors
- Einfache Prozessanpassung durch getrennte Drehzahl- und Differenzdrehzahl- Einstellung
- Direkte Gerätekommunikation zwischen Schnecken- und Trommelantrieb mit Lichtwellenleitern
- Serielle Kommunikation z.B.mit Profibus
- Einsparung von Sensorik
- Einsparung der Prozesssteuerung, wenn die Prozessdaten separat überwacht werden.
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