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| Dr.-Ing. Rainer Stetter ist Vorstandsmitglied im Fachverband Software des VDMA und Geschäftsführer der ITQ GmbH in München. |
Der Softwareanteil in mechatronischen Systemen nimmt stetig zu. Damit hängt die Qualität des Gesamtprodukts - sprich der Maschine oder Anlage - entscheidend von der Art und Weise ab, wie die Software erstellt wird. Im klassischen Konstruktionsbereich werden klare aufeinander abgestimmte Arbeitsschritte im Maschinen- und Anlagenbau seit vielen Jahren praktiziert. Mit der gleichen Selbstverständlichkeit, mit der koordinierte Arbeitsabläufe in den mechanischen Konstruktionsabteilungen vorausgesetzt werden, wird nicht nur geduldet, sondern nahezu gefordert, dass die Softwerker auf Zuruf neue Funktionen entwickeln.
Softwareentwickler, wie ich sie in meiner täglichen Projektpraxis kennen lernte, haben das Naturell, lieber frei vor sich hin zu entwickeln als streng nach einer vielleicht von ihnen auch noch selbst zu schreibenden Spezifikation vorzugehen. Dieses Naturell, gepaart mit den genannten Rahmenbedingungen, ergibt das in der Abbildung skizzierte Vorgehensmodell bei einer Softwareentwicklung.
Nach einer klaren Spezifikation „Mach das mal schnell noch rein, es ist schon verkauft“, setzt der Softwareentwickler alles daran, in kürzester Zeit das Unmögliche möglich zu machen. Die Software wird freigegeben („Jetzt müsste es eigentlich gehen“). Oftmals zeigt dann aber der Test, der nicht selten vor den Augen des Kunden ausgeführt wird, dass die Software nicht das macht, was man sich gedacht hat. In der nachfolgenden Diskussion wird vom Softwareentwickler einleitend klar gestellt, dass das gar nicht sein kann und die Analyse der Situation ergibt, dass es so gar nicht gehen konnte.
An dieser Stelle muss klar herausgearbeitet werden, dass die Verantwortung für die geschilderte Situation nicht bei den Softwareentwicklern liegt. Vielmehr muss betont werden, dass Arbeitsabläufe von den Führungsverantwortlichen vorgegeben und überwacht werden müssen. Demzufolge liegt der Ansatz zur Verbesserung im Management, welches dem Thema Software die Bedeutung zumessen muss, die es auch technologisch heute hat. Dieser Prozess des Umdenkens ist leider noch nicht so gut in den Köpfen der Entscheider und Verantwortlichen verankert, wie es sein sollte. Wie lange werden wir noch dafür brauchen, Offensichtliches zu erkennen und entsprechend zu handeln? Vollbeitrag als PDF |
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