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| Martin Mayr ist verantwortlich für Industrial Automation Marketing bei der Softing AG in Haar. |
Anfang der 90er Jahre herrschten für die Einführung des SPS-Standards IEC 61131 optimale Bedingungen. Speicherprogrammierbare Steuerungen waren primär höherwertigen Automatisierungsaufgaben vorbehalten. Einer breiten Verwendung von SPS stand nicht zuletzt die aufwendige Programmierung der Systeme im Weg. Aus diesem Grund war von Beginn an seitens der Anwender das Interesse am Standard sehr groß und nahm kontinuierlich zu. Vor allem Neueinsteiger fanden über IEC 61131 schnell Zugang zum Einsatz industrieller Steuerungstechnik.
Doch im Jahr 2000 wurde es um die standardisierte Programmierung wieder ruhiger. Ja, zum damaligen Zeitpunkt gewann man teils sogar den Eindruck, als hätten einerseits die Anbieter von Steuerungssystemen das Thema als final abgeschlossenes Projekt - in keiner Weise mehr ausbau- und optimierungsfähig - ad acta gelegt und andererseits die Anwender - etwas enttäuscht über die erreichte Selbstverständlichkeit von IEC 61131-3 - diese Errungenschaft einfach hingenommen, um fortan nach revolutionäreren Neuerungen auf anderen Gebieten Ausschau zu halten.
All das, was IEC 61131-3 gegen anfänglich massive und aus Anwendersicht oft unverständliche Widerstände so weit gebracht hatte - die treibenden Kräfte vom Markt, die Erwartungshaltung der Nutzer, aber auch das Bedürfnis und die Bereitschaft sich einzubringen vor allem der Branchen-prägenden Anwender aus dem Maschinen- und Anlagenbau -, schien verpufft. Es hatte sogar den Anschein, als würden die Hauptgewinner hinsichtlich IEC 61131-3 - nämlich diejenigen, die mit entsprechenden Werkzeugen arbeiten - ihr Interesse komplett auf andere Technologiefelder verlagern. Es sah kurzzeitig so aus, als stünde die vereinheitlichte Programmierung von Steuerungen nicht mehr auf der Agenda der Automatisierungsgemeinde.
Fatal! Da doch nach wie vor, und sicher auch in Zukunft, Steuerungen das Rückgrat moderner Maschinen und Anlagen bilden. In kaum einer anderen Disziplin lassen sich durch neue technologische Errungenschaften größere Fortschritte, weitreichendere Vereinfachungen und nachhaltigere Einsparungen erzielen als im Bereich der Programmierung und Inbetriebnahme - wobei Konfigurierung und Parametrierung grundsätzlich als integrale Bestandteile, also als Teilaspekte des genannten Themenkomplexes zu betrachten sind.
Zudem kommt dem Nutzer bei der Standardisierung eine Schlüsselrolle zu. Er ist in der beneidenswerten Position, bedeutende Erkenntnisse, Erfahrungen aus der Praxis und sein mitunter über Jahrzehnte erworbenes Anwenderwissen einbringen und im Verbund der Expertengremien in schlüssige Spezifikationen formen zu können. Was schließlich die Voraussetzung dafür ist, von den Technologieanbietern Systeme zu bekommen, welche die Bedürfnisse im täglichen Einsatz vor Ort maximal erfüllen.
Der Schein trog. Zum Glück. Standardisierte Programmierung nach IEC 61131-3 ist aktueller denn je. Insbesondere in Verbindung mit den von der PLCopen forcierten flankierenden Aspekten. In diesem Zusammenhang als erstes zu nennen ist die Spezifikation „Function block Libraries for Motion Control“. Dank ihrer lassen sich vor allem einfache Antriebslösungen zeitsparend und wirtschaftlich umsetzen. Unabhängige Organisationen wie die OMAC (Packaging Group) und zahlreiche Antriebshersteller setzen mittlerweile auf diesen Standard. Des Weiteren gespannt sein kann man auf die fortführenden Standardisierungen zu den Themen „Safety functionality in development systems“ und „XML formats for IEC 61131-3“.
Wie man sieht, wird die PLCopen mit ihrem Engagement für IEC 61131-3 und die Themen darum herum auch künftig einen wichtigen Beitrag zur Standardisierung und damit zur Effizienzsteigerung in der industriellen Automation leisten. Vollbeitrag als PDF |
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