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| Dipl.-Ing. Claus Kühnl ist verantwortlich für Strategisches Marketing in der Business Unit Automatisierungssysteme bei der Phoenix Contact GmbH &Co KG in Blomberg. |
Wie werden wir morgen unseren Maschinen und Anlagen mitteilen, wie sie ihre Abläufe und Prozesse erledigen sollen? Heute wird jede Funktion mit allen Regeln und Ausnahmen in maschinennahen Sprachen programmiert. Das heißt, dass der Programmierer die Anforderungen an den Maschinenprozess in die Sprache der Maschine übersetzt. Diese Übersetzung ist oft lückenhaft oder beinhaltet Fehler; ein Umstand, der die Inbetriebnahmezeiten in die Höhe treibt.
Heute gibt es den Trend, immer weniger in den klassischen Programmiersprachen IL, FBD und LD zu programmieren und mehr mit Hochsprachen, zum Beispiel dem „Strukturierten Text“ der IEC 61131, zu arbeiten. Durch den Einsatz von Hochsprachen wird die Fehlerhäufigkeit geringer, da auch komplexe Zusammenhänge verständlich programmiert werden können. Dies ist eine Weiterentwicklung, aber noch keine Lösung für das Problem der Übersetzung des Maschinenprozesses in die Maschinensprache.
Office-Werkzeuge wie PowerPoint oder Word zur Programmierung zu nutzen, ist eine tolle Idee, bietet aber meiner Meinung nach nur Lösungen für nebengelagerte Probleme: Die Zusammenfassung von Dokumentation, Service-Unterstützung und Programmierung mit bekannten Tools. Der Vorteil der einfachen Erlernbarkeit führt leider gleichzeitig zum Verlust des Komforts kompletter Engineering-Lösungen. Visionäre glauben heute, dass die Lösung darin liegen könnte, Maschinen menschenähnlich anzulernen oder selbstlernende Algorithmen der KI (Künstliche Intelligenz) zu nutzen. Ich denke, dass diese Visionen von einer breiten Anwendung noch zu weit entfernt sind, aber als Investition in die Zukunft gefördert werden müssen.
Was bleibt mittelfristig als innovative Lösung des Problems? In einigen proprietären Lösungen zeigt sich heute schon ein Ansatz, das Problem bei der Wurzel zu fassen. Der Konstrukteur des Maschinenprozesses „programmiert und simuliert“ mit seiner Prozessmodellierung die Maschine. In Zukunft werden wir also Programmierwerkzeuge mit prozessbeschreibenden Sprachen wie UML oder Takt-Zeit-Diagrammen sehen. Von der Modellierung des Prozesses über die Simulation ohne Unterbrechung zum Maschinenprogramm ist der aus heutiger Sicht beste Weg. So können Produktivität und Qualität gesteigert werden, damit werden also die Hauptfaktoren für den Einsatz neuer Technologien stimuliert. Durch die Abhebung des Modells von der eingesetzten Hardware verbessert sich auch die Portierbarkeit auf Systeme verschiedener Hersteller, ein ebenfalls wichtiger Gesichtspunkt für den Erfolg neuer Technologien. Prozesse „Modellieren statt Programmieren“ könnte der Schlachtruf sein, der uns die nächsten Jahre in der Automatisierungssoftware begleitet. Vollbeitrag als PDF |
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