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| Boris Waldeck ist Sales und Marketing Director bei der KW-Software GmbH in Lemgo. |
Lagen vor 30 Jahren die Gesamtkosten einer Maschine noch bis zu 90 Prozent bei der Mechanik und bis zu 10 Prozent bei Elektrotechnik und Software, hat sich dies inzwischen grundlegend geändert. Der Anteil der Elektronik stieg auf 20 Prozent, die Software macht heute schon 40 Prozent der Gesamtkosten aus und erreicht damit die gleiche Größenordnung wie die Mechanik.
Eine deutliche Innovation und damit eine Kostensenkung bei der Elektronik und der Softwareentwicklung war die Einführung der IEC 61131 Anfang der 90er Jahre. Dieses einheitliche Programmiermodell in Verbindung mit einer offenen Steuerungssoftware ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für eine neue Art von Embedded- oder PC-basierenden Automatisierungsgeräten. Mit der IEC 61131 ist es gelungen, die herstellerspezifischen oder zum Teil proprietären Programmiersprachen weitgehend durch die Programmierung nach IEC 61131 abzulösen und damit eine einheitliche, weltweit verstandene Programmiersprache zu etablieren. Dieses hat zu einem größeren Wettbewerb der Anbieter geführt und die Maschinenbauer von den großen Lieferanten unabhängiger gemacht.
Auf Grund der steigenden Komplexität der Maschinen werden häufig unterschiedliche Automatisierungsgeräte verschiedener Hersteller mit den jeweils dazugehörigen unterschiedlichsten Programmier- und Konfigurations-Tools eingesetzt. Maschinenbauer fordern zurecht integrierte, aber auch offene und erweiterbare Softwareplattformen. Diese Softwareplattformen sollen die wichtigsten Aufgaben wie etwa SPS Programmierung, Buskonfiguration, Motion- Konfiguration und Visualisierung integrieren. Auf Grund der hohen Entwicklungskosten sind es jedoch nur die großen Konzerne wie ABB, Siemens, Rockwell und Mitsubishi, die für ihre kompletten Automatisierungsgeräte integrierte Engineering-Plattformen anbieten können. Hier muss es speziell für die mittelständischen Unternehmen, eine offene Lösung geben, die es ermöglicht, Automatisierungsgeräte unterschiedlicher Hersteller in einem Framework zu einer integrieren Lösung zusammenzufügen.
Microsoft .NET hat speziell hier seine Stärken. Durch die Offenheit und die klare Komponenten- Architektur lassen sich erstmals mit vertretbarem Entwicklungsaufwand offene Frameworks entwickeln, in die sich unterschiedlichste Arten von Softwarekomponenten integrieren. Bei einer kompletten Integration in das Datenmodell einer Plattform lassen sich Daten über Softwaregrenzen und Applikationen hinweg konsistent verarbeiten. Alle beteiligten Software- Tools sollten dazu in eine einheitliche Oberfläche eingebunden sein. Die Basistechnologie von .Net hat hierzu die softwaretechnischen Voraussetzungen geschaffen, um die Daten verschiedenster Softwaretools in wiederverwendbaren Katalogen abzulegen. Ein neues Automatisierungsprojekt kann aus einzelnen Katalogobjekten (Automatisierungsmodulen) per Drag und Drop neu erstellt werden. Anstatt projektspezifischer Lösungen werden somit immer mehr Standard-Lösungen erstellt und der Wiederverwendungsgrad im Engineering erhöht sich deutlich. Dadurch wird die Definition und Wiederverwendung von einzelnen Maschinenmodulen ermöglicht und der Trend zu einem funktionalen Engineering im Maschinen und Anlagenbau unterstützt. Vollbeitrag als PDF |
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