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| Martin Jetter ist CEO der Jetter AG. |
Es ist viel geschrieben worden über die Wandlung der Automatisierungstechnik hin zu IT-basierenden Lösungen auf Basis von Ethernet TCP/IP und verteilter Intelligenz. Nachdem auch die Marktführer diese Vision unterstützen, scheinen die Zweifel über diesen Zukunftstrend ausgeräumt.
Die Einbeziehung der Produktionsebene in die IT-Infrastruktur und die Übernahme der IT-Architektur bis hinein in die Maschinensteuerung bringt zwei neue Aspekte ins Spiel: zum einen wird technologisch eine Zusammenführung der Einzelsteuerungen in eine logische Einheit ermöglicht. Dadurch entsteht eine anlagenweite Sicht, auch horizontale Integration genannt. Zum zweiten entsteht eine logische Durchgängigkeit von der Maschinensteuerung hinein in die Intranet-Ebene, zum Beispiel in die ERP- oder MES-Datenbanken, oder gar ins Internet.
Beides macht nur Sinn, wenn es für diese Strukturen und Möglichkeiten auch eine entsprechende Tool-Unterstützung gibt. Und zwar für alle damit verbundenen Bereiche: für die Programmierung, die Konfiguration, die Visualisierung und Bedienung, und für die Diagnose. Klassische Automatisierungstools bieten diese Funktionalitäten bestenfalls für lokale Steuerungseinheiten, aber nicht für anlagenweite Sicht und auch nicht für die vertikale Integration einschließlich der Webfunktionalitäten. Eine neue Toolgeneration wird also entstehen müssen, welches diese bisher unbeachteten Bereiche unterstützt.
Idealerweise sollte dieses Tool alle angesprochenen Bereiche integrieren, um Schnittstellen zwischen den einzelnen Bereichen, und somit doppelte Dateneingaben zu vermeiden. Auf der andern Seite wird häufig die Forderung gestellt, dass das Tools eine heterogene Umgebung, also die Nutzung von Geräten unterschiedlicher Hersteller im gleichen Netz unterstützt. Für die anlagenweite Programmierung müssen neue Wege gefunden werden. IEC61131 alleine ist dafür nicht geeignet, weil es keine Kommunikationsbeziehungen zwischen den einzelnen Steuerungen unterstützt. Die Weiterentwicklung in Richtung IEC 61499 dagegen lässt die Erstellung graphischer Kommunikationsbeziehungen zu. Auch ‚iMap‘ von Siemens geht einen ähnlichen Weg. Allerdings zeigt sich, dass bei komplexeren Anlagen die graphische Darstellung von Kommunikationsbeziehungen sehr schnell an ihre Grenzen stößt: es entsteht ein undurchschaubares Spinnennetz.
Das erste IDA-konforme Tool von Schneider setzt daher auf tabellarische Erstellung von Kommunikationsbeziehungen. Dies ermöglicht eine sehr schnelle Eingabe und eine übersichtliche Darstellung. Gleichzeitig wird die Geräte- und Netzwerksicht per Drag & Drop komfortabel zusammengestellt. Dabei werden heterogene Geräte unterstützt. Auch Tools anderer Hersteller können über einen XML-basierenden Objektaustausch in die Kommunikationsbeziehungen mit eingebunden werden.
Die Jetter AG hat mit ‚JetLab‘ ein Tool für die geräteübergreifende Programmierung. Geräte unterschiedlicher Hersteller werden bei JetLab von Jetter derzeit noch nicht unterstützt. Dafür jedoch unter anderem die komfortable Erstellung von browserbasierender Visualisierungsmasken. Konsequent werden Web-Technologien, in diesem Fall http-Server, in der Geräten genutzt. Sowohl vorgefertigte Homepages wie zum Beispiel Inbetriebnahme- und Diagnosemasken, als auch anwendungsspezifische Visualisierungsmasken werden über die http-Server in den Geräten ins Netz gestellt, und über Standard-Internet-Browser dargestellt. Die Vorteile liegen auf der Hand: keine Runtime-Systeme, Visualisierung von überall her, oder auch Fernwartung. Als Nachteil dieser Technologie wird häufig genannt, dass die Masken mit herkömmlichen Internet-Tools wie Java-Script oder HTML nur aufwendig zu erstellen sind. Nicht so im JetLab: dort lässt sich die anlagenweite Visualisierung mittels eines komfortablen Editors erstellen, welcher zu konventionellen Visualisierungstools vergleichbare Features, wie zum Beispiel Animationsfunktionen, bietet. Danach erfolgt die Compilierung zu HTML-Files und der Download in die Geräte.
Aus der kurzen Darstellung wird klar: die Entwicklung anlagenweiter Tools steht erst ganz am Anfang. Die Komplexität gegenüber herkömmlichen Tools ist unvergleichbar größer. Deshalb wird es noch einige Zeit dauern, bis vollständige Lösung vorhanden sind und sich durchsetzen. Aber der Trend ist nicht mehr aufzuhalten.
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