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| Dipl.-Ing. Karl Auer ist Business Manager Engineering Werkzeuge bei der ABB Automation Products GmbH in Mannhein |
Dem Engineering einer automatisierten Anlage kommt heute eine wesentlich erweiterte Bedeutung als noch vor wenigen Jahren zu: Der Hauptaugenmerk liegt also nicht mehr auf der Konfiguration und der Parametrierung von Anlagenkomponenten, vielmehr wird eine Vorgehensweise verfolgt, die wesentlich über anwendungs- und fachspezifische Gesichtspunkte hinausgeht und sich an der eigenen Wertschöpfung orientiert. Dabei sind der gesamte Anlagenlebenszyklus (Plant Life Cycle) und das komplette Anlagendesign einbezogen.
Moderne Leitsysteme sind aus Prozessstationen, Bedienstationen, Informations-Management-Stationen, Engineeringstationen, Systembussen, Feldbussen, Prozess-E/A-Geräten und Feldgeräten aufgebaut. Sind Komponenten verschiedener Hersteller oder Komponenten unterschiedlicher Systeme oder Systemgenerationen eingesetzt, so ist das Gesamtsystem heterogen. Ein solchermaßen strukturiertes Automatisierungssystem verlangt Werkzeuge und Tools und nicht zuletzt eine Systemarchitektur, die die Integration verschiedenster Tools auf objektorientierter Basis ermöglicht. Dadurch wird sichergestellt, dass im gesamten Lebenszyklus einer Anlage allen Beteiligten die benötigten Anlageninformationen durch einen lückenlosen Informationsfluss jederzeit und konsistent zugänglich sind. Die strukturierte Ablage und die Möglichkeit des systemübergreifenden Zugriff auf die Anlageninformationen und die Fokussierung auf das Asset im datentechnischen Modell, sowie auch die Verwendung von bekannten Hilfsmitteln (z. B. die Microsoft- Office Komponenten) gibt dem Anlagenfahrer eine größere Sicherheit. Diese größere Sicherheit bringt den Nutzen zum Beispiel in Ausnahmesituationen, wenn kurze Reaktionszeiten die Stillstandszeiten reduziert und damit den Anlagendurchsatz zu erhöht wird. Das Datenmodell der Aspect ObjectsTM bildet eine solche Datenklammer, dass die Informationen eines Assets strukturiert zusammenhält. Dieses Model, das von ABB entwickelt wurde, ist im Workplace, dem zentralen Softwarebestandteil von Industrial IT, umgesetzt. In den Workplace sind dann verschiedene Softwarepakete eingehängt, die die spezifischen Aufgabenstellungen erfüllen, wie Dokumentenmanagement oder CAE-Funktionen oder auch Leitsystemkonfiguriertools wie z.B. die IEC 61131 konformen Tools für die spezifische Konfiguration der Steuerungen. Das ‚Aspect Object Konzept‘ sorgt mit leistungsfähigen Import-Funktionen dafür, dass die engineerten Daten in die verschiedenen Tools eingelesen werden, die Datenkonsistenz bei verteilten Applikationen ist gewährleistet.
Gerade bei heterogener Systemtechnik, d.h. wenn Applikation auf verschiedene Controller, verschiedene Controllertypen oder auch Feldbusse verteilt sind, ist die Anlagenplanung auf funktionaler Basis, wie zum Beispiel der ‚Function Designer‘, unbedingt erforderlich. Das hier einzusetzende Tool leistet wertvolle Hilfe, da es die Modellierung und Anzeige der Applikation oder eines Regelkreises unabhängig von der eingesetzten Technik erlaubt. Wenn dabei eine Leitsystem unabhängige, graphische Funktionsblockdarstellung verwendet wird, ist die zugrundeliegende Technik erst in zweiter Linie von Bedeutung. Diese Darstellungsart kann aus der funktionalen Struktur des Workplaces abgeleitet, oder durch ein Designtool neu erstellt werden. Wichtig hierbei ist die Konsistenz der Daten der beiden Tools, die durch Mechanismen innerhalb des Workplaces, unsichtbar für den Anwender, sichergestellt sind.
Ein weiterer wichtiger Punkt bei heterogenem Anlagendesign ist die automatische Generierung der notwendigen Datenwege, die dann erforderlich sind, wenn beispielsweise ein Teil der Applikation in einem Controller abgearbeitet wird, ein anderer Teil beispielsweise durch ein Feldbussegement. Oft muss auch das die Anzeige im Operator Interface mit konfiguriert werden. Dies erfolgt innerhalb des Function Designers durch einfaches Verbinden der Funktionsblöcke. Das Arbeiten im Function Designer kann sowohl mit Verbindung zum Leitsystem, d.h. online, wie auch offline erfolgen. |
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