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| Alexander Wechsler ist Embedded Partner Manager bei der Microsoft Embedded Systems Group. |
Im Markt der industriellen Automation ist mit etwas Verzögerung eine ähnliche Wandlung im Gange wie sie die Kommunikationsindustrie seit circa zehn Jahren erfährt. Geschlossene Automationssysteme werden an übergeordnete Informationssysteme angeschlossen und vernetzt. Mit einem Mal spielen Datenaustausch, Kommunikationsinfrastruktur, externe Zugriffsmechanismen und viele andere automationsfremde Technologien eine immer wichtigere Rolle. Dabei müssen diese Dinge oft noch als Zusatzaufwand gegenüber der eigentlichen Automationsaufgabe ins spezielle Projekt aufgenommen werden.
Microsoft sieht sich vor diesem Hintergrund als Anbieter von auf die Anforderungen industrieller Automation abgestimmter Plattformen wie Windows CE und XP embedded und der Entwicklungsinfrastruktur: ‚.NET.‘ Sie versetzen Automationsunternehmen in die Lage sich schnell und effizient den neuen Herausforderungen des Marktes zu stellen. Windows CE weist als Echtzeitbetriebssystem für harte Realtime-Aufgaben zusätzlich zu den besonderen Anpassungen an Embedded-Geräte wie die Unterstützung mehrer Prozessorfamilien, geringer Ressourcenbedarf, hohe Zuverlässigkeit, etc. eine ebenso hoch entwickelte Kommunikations- und Sicherheitsinfrastruktur auf. Dies ermöglicht aus Anlagensicht die problemlose Skalierung einzelner Komponenten hin zu unternehmensweiten Gesamtlösungen. Windows XP embedded (Xpe) bietet noch größere Leistungsfähigkeit, sobald sie erforderlich wird. Dies erfolgt durch die Unterstützung aller von XP Professional her bekannten Windows APIs und Technologien. Besonders wichtig ist das z.B. für Kontrollsysteme, in denen große Mengen von grafischen bzw. Messdaten verarbeitet werden müssen. Viele Dritthersteller nutzen dieser Ansprüche wegen XPe als Basis für eigene realtime-fähige Automationswerkzeuge. Hier kommt die Konfigurierbarkeit und Flexibilität des Xpe-Komponentensystems voll zum Tragen.
Doch Plattformen alleine können den Anforderungen, die zukünftige Anlagensysteme stellen werden, nicht gerecht werden. Es werden Mechanismen benötigt, die optimal der Entwicklung im Markt angepasst sind. Anwendungen sind dabei besonders gefordert sich den durch eine weitgehende Vernetzung zu erwartenden verteilten Architekturen, Sicherheitsanforderungen sowie dem reibungslosen Datenaustausch zu stellen. .NET ist eine Entwicklungsinfrastruktur, die Lösungen für die genannten Probleme bietet. Sie ermöglicht die transparente Verteilung von Funktionalität in Netzwerken mit Hilfe von Web-Services, hohe Sicherheitsstandards in der Laufzeitumgebung durch Zertifikate, die Integration in die Sicherheitsmechanismen der verschiedenen Windows-Plattformen sowie Unterstützung von Standards für die Kommunikation und den Datenaustausch (IP, HTTP, XML, SOAP, etc.). Darüber hinaus hat der Entwickler mit dem .NET Framework eine breite Palette bereits fertiger Funktionskomponenten zur Verfügung. Er kann wählen an welcher Stelle er aus dieser Laufzeitumgebung herausgreift, um kritische (evtl. realtime) Funktionalität so systemnah wie möglich zu verwirklichen, ohne dass ihm die Vorteile eines vorbereiteten und erweiterbaren Frameworks verloren gehen.
Die sich durch das Zusammenspiel von Plattformen und Entwicklungsinfrastruktur ergebenden Möglichkeiten sind unbegrenzt. Die Verwendung von Kommunikationsstandards ermöglicht beispielsweise eine flexible Anbindung oder auch schrittweise Migration von bestehenden Systemen. Durch die Kapselung von Funktionalität in Web Services, kann auf diese auch aus Anwendungen zugegriffen werden die erst in der Zukunft entstehen werden.
So wird es sicher noch eine Weile dauern bis der Vorstandschef eines Unternehmens in der Lage ist, vom Laptop für einen weit entfernten Standort die Kühlmitteltemperatur der Tiefziehanlage zu kontrollieren. Technisch unmöglich ist es heute nicht mehr. |
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