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| Dipl.-Ing. Dirk Kozian ist Product Marketing Manager EMEA bei Wonderware, Dornach |
Als CIM (Computer Integrated Manufacturing) vor 20 Jahren in aller Munde war, ahnte niemand, welche Entwicklung dieses Thema nehmen würde. Nicht die großen monolithischen Strukturen der damaligen Konzepte setzten sich durch, sondern dezentrale Automatisierungslösungen auf PC-Basis, die die Windows-Welt in der Produktion zum Standard machten. Der steigende Automatisierungsgrad, die Notwendigkeit der unternehmensweiten Verfügbarkeit von fertigungsbezogenen Daten und die Integration in unternehmensübergreifende Supply Chains ließ in den vergangenen Jahren zunehmend Schwachstellen der aktuellen Lösungen erkennen: Hoher Projektierungs- und Engineering-Aufwand durch komplexe Softwarewerkzeuge, uneinheitliche Kommunikationsstrukturen, eingeschränkte Flexibilität und enormer Aufwand bei der Softwarewartung (Versionsupgrades von Betriebssystem bzw. Anwendersoftware).
Die Informations-Technologie wandelt sich auch in der Industrie von Hardware- zu Software-orientierten Lösungen. Die Nutzung komponentenbasierter Objekttechnologien ist dabei ein Weg, um die industrielle Automation in die gesamte Informationslandschaft eines Unternehmens zu integrieren und um der Vision der Vertikalen Integration noch näher zu kommen. Im Wesentlichen sprechen drei Gründe für die Komponententechnologie:
► Komponenten sind wieder verwendbar ► Komponenten sind kompakt und leicht zu handhaben ► Komponenten sind höchst anpassungsfähig
Software als Komponenten zu verstehen bedeutet, dass Funktionalitäten modular erweitert oder korrigiert werden können, ohne dass eine Neu-Kompilation oder ein erneutes Verlinken notwendig wird. Als Konsequenz muss nun nicht mehr die gesamte (monolithische) Softwarestruktur ausgetauscht, sondern nur die betroffene Komponente aktualisiert werden. Fundamentale Voraussetzung für die Weiterentwicklung in Richtung Komponententechnologie ist die Fähigkeit, zu einer N-Tier-Architektur zu gelangen. Dieses erreicht man durch das Bereitstellen eines so genannten Frameworks, das die Komponenten miteinander verbindet und für Basis-Dienste wie Inter-Komponenten-Kommunikation etc. sorgt.
Um diesen nächsten Entwicklungsschritt zu erreichen, entwickelte Wonderware ein Framework mit der Bezeichnung ‚ArchestrA‘, das nicht nur eine stetige Weiterentwicklung der FactorySuite-Funktionalität ermöglichen wird, sondern zugleich eine ausbaufähige, skalierbare und effiziente Architektur bildet, die sowohl neue Komponenten als auch das Re-Design vorhandener Komponenten unterstützt. Dies wird vor allem auch bestehenden Kunden die Möglichkeit bieten, im Wege einer Strategie der Koexistenz ihre derzeitige Funktionalität durch die nahtlose Integration auf die neuen Produkte zu übertragen.
Auf der Basis des ArchestrA-Frameworks wird der Aufwand für die Integration mehrerer Automatisierungslösungen minimiert, die Projektierungseffizienz erheblich gesteigert und die Gesamtkosten eines Projektes reduziert. So bietet sich dem Anwender beispielsweise eine einzige Entwicklungsumgebung, in der verschiedene Projektingenieure ihr individuelles Know-how in abgeschlossene Funktionsgruppen einbringen können, die dann im selben Framework betrieben und automatisch zu einem gemeinsamen Komplex integriert werden können. Auch werden allzu oft nur die Entwicklungs- und Implementierungskosten eines Projekts betrachtet. Die tatsächlichen Kosten hingegen hängen von der Betriebslebensdauer eines Projekts ab, wobei auch die Möglichkeiten zur Modernisierung, zum Einfügen neuer Funktionalität sowie zur Systemwartung und Diagnose zu berücksichtigen sind.
In einem immer härter werdenden Wettbewerb wird es für Produktionsbetriebe entscheidend sein, ob ihre Herstellungsprozesse in Zukunft flexibel genug sind, um sich schnell ändernden Marktbedürfnissen anzupassen und wie schnell sich ein Return on Investment einstellt. Die Einsparpotentiale, die ein komponentenbasiertes Framework wie ArchestrA freisetzen kann, sind enorm. |
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