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| Dr. PETER KREISFELD, Geschäftsführer Technik und Sprecher der Geschäftsführung der Baumüller Gruppe |
Die Software wird für den Maschinenhersteller immer bedeutender. War in der Vergangenheit die Automatisierung von Produktionsprozessen das Ziel der Entwicklung, stehen heute Funktionsumfang, Flexibilität, Verfügbarkeit und Produktivität von Anlagen im Vordergrund. Diese neuen Anforderungen werden zunehmend durch intelligente Automatisierungssysteme mit umfangreichen Softwarebibliotheken gelöst. Software wird künftig mehr und mehr zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal von Maschinen und Anlagen.
Bereits heute leistet die Software einen hohen Beitrag zur Wertschöpfung einer Automatisierungslösung. Um Maschinenkonzepte zukunftsfähig projektieren zu können, wird der Anteil der Software in Maschinen und Anlagen gegenüber Mechanik und Elektronik weiterhin kontinuierlich ansteigen. Trotzdem ist die Bereitschaft der Maschinenbauer und Anwender, für Softwareentwicklung kostendeckende Preise zu zahlen, eher gering.
Grund dafür ist zum einen die traditionelle Sicht, Maschinen und Anlagen nach dem Wert ihrer mechanischen und elektronischen Komponenten zu bemessen und Automatisierungslösungen so auf ihre Hardware zu reduzieren. Leistungen im Bereich der Software, wie Programmierungs- und Parametrierungsaufwendungen, werden nach wie vor als Bestandteil des Dienstleistungsangebots betrachtet, das vom Automatisierungsanbieter kostenlos geleistet werden soll. Gemessen an ihrem Nutzen, fehlt für den Wert der Software noch das Bewusstsein, so dass Vermarktung und Entlohnung von Softwareentwicklung, -wartung und pflege nicht angemessen berücksichtigt werden. Wert und Wertigkeit der Software, als wesentlicher Bestandteil von Automatisierungssystemen, stehen insofern derzeit noch in keinem angemessenen Verhältnis zueinander.
Der Maschinenhersteller muss auch in der beschriebenen aktuellen Entwicklung seine Kosten kalkulieren. Einerseits bleibt für den Maschinenbauer der Erwerb grundlegender Hardwarekomponenten notwendig. Gleichzeitig stellt sich die Frage danach, wie hoch der Softwareanteil der Maschine sein muss, um einen optimalen Funktionsumfang der Anlage zu erzielen. Um die Kosten für den Softwareanteil der Maschine überschaubar und planbar zu halten, müssen darum Möglichkeiten gefunden werden, die das komplexe System einzelner Software- wie Hardwarekomponenten vereinfachen. Motion Control-Lösungen integrieren auf Basis eines durchgängigen Engineeringtools unterschiedliche Softwarebausteine und erlauben dabei das Um- oder Nachrüsten der Maschine ohne großen Aufwand. Insofern reduzieren Motion Control-Konzepte die Komplexität der System immanenten Software und senken die Initialkosten der Programmier- und Parametrieraufwände. Für den Maschinenbauer bedeutet das eine risikofreie Investition in ein zukunftsfähiges Softwarekonzept.
Durch Motion Control-Lösungen wird die Software nicht nur zur technologischen Schlüsselfunktion, sondern auch zur Schüsselfunktion der Investition. |
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