Die drahtlose Übertragung von Feldbus-Daten per Funk eröffnet dem Interbus ganz neue Perspektiven in der Anwendung. Damit wird es möglich, die Vorteile des Interbus auch bei mobilen Anlagenteilen, z.B. bei fahrerlosen Transportsystemen in der Fördertechnik zu nutzen. Aber auch die Versorgungstechnik profitiert von der drahtlosen Anbindung von unzugänglichen Außenstellen, z.B. dezentralen Pumpstationen, in eine einheitliche Leittechnik auf Basis des Interbus. Mit der fortschreitenden Weiterentwicklung der Funktechnik zur Datenübertragung sind die Voraussetzungen geschaffen, diese Technologie über entsprechende Koppelbaugruppen für den Interbus nutzbar zu machen.
Aus diesen Gründen wurde eine Lösung zur drahtlosen Interbus-Kopplung entwickelt und von ISK und Westermo zur Marktreife entwickelt. Bei der hier vorgestellten Lösung wird über Funkrouter gearbeitet, die bestimmte Interbusdaten umwandeln, per Funk übertragen und an der Gegenstelle wieder in Interbusdaten zurückwandeln. Somit wird sichergestellt, dass das System rückwirkungsfrei arbeitet und mit Funksystemen betrieben werden kann, die für niedrigere Übertragungsraten, aber höhere Reichweiten und Störfestigkeit ausgelegt sind. Diese Methode bedingt eine Übertragung einer begrenzten Menge von Nutzinformationen, die entsprechend konfiguriert werden müssen. Daher ist bei diesem System etwas mehr Planung und Engineering notwendig und nicht alle Diagnoseinformationen, die über den Interbus übertragen werden, können in den Routern dargestellt werden. Dieser Nachteil ist aber häufig nicht relevant, da bei funkgekoppelten E/A-Stationen oft nur binäre und analoge Werte übertragen werden und diese transparent auf dem zentralen Interbus darzustellen sind.
Interbus-Funkkoppler-Kombination
Bei der Interbus Funkkoppler-Kombination geht es um die Integration eines mobilen Interbus-Segmentes an ein zentrales Interbus-Netzwerk über eine Funkmodem-Schnittstelle. Als Koppelglied für das übergeordnete Interbus-Netz arbeitet ein Unicontrol-S. Im untergeordneten IBS-Netz arbeitet als Koppelglied ein weiteres Unicontrol-S. Die Interbus Fernkoppler-Kombinationen bieten die Möglichkeit, einzelne IBS-Segmente über beliebige Übertragungsmedien und über große Strecken oder eine Funkverbindung in ein Interbus-Netz transparent zu integrieren. Um dieses Ziel zu erreichen, ohne den angeschlossenen Interbus zu beeinflussen, und den Anwender mit der Erstellung spezieller Koppelsoftware zu belasten, bieten die Fernkoppler Module eine normgerechte Interbus- Schnittstelle und übertragen die Prozeßdaten Ein-und Ausgangsworte über ein UART-Protokoll, das für die Funk- und Modemübertragung optimal geeignet ist.
Bis zu einer Länge von 10 Eingangs- und 10 Ausgangs-Worten können Prozeßdaten der angeschlossenen Interbus-Segmente über diese Verbindung vollkommen transparent in ein zentrales Interbus Netzwerk übertragen werden. Alle Fernkopplermodule verwenden einheitlich ein speziell entwickeltes Fernübertragungsprotokoll, das die Daten entweder über ein RS 485 Zweidrahtinterface oder eine RS 232 Schnittstelle zum Anschluß von Funk-, Wähl- oder Standleitungsmodems zyklisch transferiert. Bei dieser Anwendung können z.B. E/A-Module, die auf beweglichen Einheiten montiert sind, auf einfachste Weise in ein ortsfestes, zentrales IBS-Netz integriert werden.
Softwarevarianten zur Vernetzung
Da die Anforderungen bei der Interbus-Vernetzung vielschichtig sind und je nach den Einsatzbereichen erheblich variieren, wurden mehrere Softwarevarianten entwickelt, die per Download in die Unicontrol und Multicon-Fernkoppler Module geladen werden. Grundsätzlich unterscheidet man drei verschiedene Betriebsarten, die im folgenden näher erläutert werden. Zur Ankopplung einer einzelnen dezentralen Unterstation wird die Punkt-zu-Punkt-Kopplung eingesetzt. Wenn mehrere Stationen über Funk an ein zentrales Interbus-Netzwerk angekoppelt werden sollen, kommt die adressierbare Betriebsart zum Einsatz, die bis zu ca. 5-10 Außenstationen als beste Alternative anzusehen ist. Wenn eine größere Anzahl an Stationen per Funk zu koppeln sind, bietet sich die Netzwerk-Betriebsart der Unicontrol-Funkkoppler an. Hiermit ist es möglich, bis zu 64 Interbus-Netzwerke, die über eine eigene IBS-Master-Steuerung verfügen, per Funk oder Modem miteinander zu koppeln |
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